Umsatz der Einzelhändler in den Innenstädten im Vor-Corona-Vergleich eingebrochen

Das Ladensterben in Deutschlands Innenstädten ist in vollem Gange. Die Zahl der Ladengeschäfte sank von 403.000 im Jahr 2019 auf knapp 385.000 im Jahr 2020, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Umsatzentwicklung in diesem Jahr dürfte die Entwicklung beschleunigen: Von Januar bis September machten Bekleidungsgeschäfte elf Prozent weniger Umsatz, Buchläden 21 Prozent weniger, Spielwarengeschäfte 17,5 Prozent weniger. Die Umsätze im Online-Handel legten im selben Zeitraum um fast ein Drittel zu.

Das veränderte Kaufverhalten und steigende Betriebskosten könnten Gründe dafür sein, dass in Deutschland immer weniger Ladengeschäfte unterhalten werden, erklärte das Statistikamt am Donnerstag. Innerhalb von zehn Jahren sank die Zahl der Ladengeschäfte demnach um 10,2 Prozent; von 2019 bis 2020 betrug der Rückgang 4,3 Prozent.

Der Boom des Onlinehandels zeigt sich auch klar in der Umsatzentwicklung: Von 2011 bis 2021 stiegen die Online-Umsätze um mehr als das Dreifache (222 Prozent) - die Umsätze des stationären Einzelhandels nahmen in diesen zehn Jahren um 10,3 Prozent zu.

Eine weitere Messgröße für den Besuch der Einzelhandelsgeschäfte in den Innenstädten ist die Passantenfrequenz, wie die Statistiker erklärten. Diese Frequenz ist demnach nach den verschiedenen coronabedingten Einbrüchen 2020 und 2021 in den vergangenen Monaten wieder angestiegen. Im Oktober etwa waren im Schnitt rund zwölf Prozent mehr Passanten in den Einkaufsstraßen der fünf größten Städte unterwegs als im September. Das Vor-Corona-Niveau wurde aber nicht erreicht - die Passantenzahlen lagen fast sieben Prozent unter dem Wert im Oktober 2019.

ilo/pe