EU-Kommission genehmigt Fusion der US-Chemieriesen Dow Chemical und DuPont

Fast 200 Umwelt- und Entwicklungsverbände sowie weitere Organisationen haben vor geplanten Fusionen von international tätigen Agrarkonzernen gewarnt. Diese würden zu einer starken Monopolisierung mit negativen Konsequenzen führen, hieß es

Ungeachtet der Kritik von Umweltschützern hat die EU-Kommission grünes Licht für die Fusion der beiden US-Chemieriesen Dow Chemical und DuPont gegeben. Im Gegenzug für die Freigabe erklärten sie die Unternehmen bereit, wesentliche Teile des Pestizidgeschäfts von DuPont zu verkaufen, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Dow müsse zudem zwei Produktionsanlagen in den USA und in Spanien verkaufen.

Angesichts der Zugeständnisse der beiden Unternehmen könne ihr Zusammenschluss genehmigt werden, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Dow Chemical und DuPont hatten im Dezember 2015 angekündigt, gemeinsam den weltgrößten Chemiekonzern mit einem Börsenwert von 130 Milliarden Dollar schmieden zu wollen. Beide stellen eine große Bandbreite an Chemieprodukten her, darunter Pestizide und Düngemittel.

Die Produkte von Dow Chemical und DuPont betreffen "jeden einzelnen von uns", betonte Vestager. Sprichwörtlich gehe es "um unser tägliches Brot".

Kleinbauern und Umweltaktivisten verfolgen derzeit mit Sorge die Konsolidierung des Sektors für Agrochemie. So will ChemChina das schweizerische Chemieunternehmen Syngenta übernehmen. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer will bis zum Jahresende die milliardenschwere Übernahme des umstrittenen US-Saatgutherstellers Monsanto abschließen. Beide Übernahmen müssen noch von der EU-Kommission genehmigt werden.

Zuletzt hatten am Montag fast 200 Umwelt- und Entwicklungsverbände sowie weitere Organisationen in ganz Europa vor den geplanten Fusionen der international tätigen Agrarkonzerne gewarnt. Diese würden "zu einer starken Monopolisierung führen, die eine Reihe negativer Konsequenzen nach sich zieht", hieß es in einem offenen Brief an die EU-Kommission.

Die Zusammenschlüsse würden "Marktmacht weiter konzentrieren und zu einer inakzeptablen Oligopolstellung führen", warnten die beteiligten Verbände. Dann nur noch drei Konzerne würden 70 Prozent des weltweiten Pestizidmarktes und mehr als 60 Prozent des kommerziellen Saatguts kontrollieren.

"Die Fusionen würden die durch die industrielle Landwirtschaft verursachten Probleme weiter verschärfen, mit negativen Folgen für das Gemeinwohl und Verbraucher(-innen), Bauern und Bäuerinnen, die Umwelt und die Ernährungssicherheit", hieß es weiter. Die EU-Kommission dürfe bei ihrer Bewertung der Zusammenschlüsse nicht nur auf deren ökonomische Folgen blicken, sondern müsse dies "in ihrer Gesamtheit betrachten und ablehnen".

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