Umweltverbände wollen gegen Zulassung von Gigalinern klagen

Mehrere Umwelt- und Verkehrsverbände haben Klage gegen den Einsatz von Riesen-Lkw auf deutschen Straßen eingereicht. Die generelle Zulassung der sogenannten Gigaliner verstoße gegen europäisches Recht, argumentierten sie

Die Allianz pro Schiene und die Deutsche Umwelthilfe wollen gerichtlich stoppen, dass es auf deutschen Straßen immer mehr Riesen-Lkw gibt. Die beiden Verbände kündigten am Freitag eine Klage gegen die zum Jahreswechsel erteilte Zulassung von sogenannten Gigalinern für den regulären Verkehr in Deutschland an. Details wollen sie am kommenden Mittwoch vorstellen.

"Die unbefristete Zulassung von Gigalinern verstößt gegen EU-Recht", sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, dem "Spiegel". In anderen EU-Ländern seien die langen Lkw deshalb nur in Feldversuchen zugelassen.

Die sogenannten Gigaliner dürfen bis zu 25,25 Meter lang und 44 Tonnen schwer sein. Im Jahr 2012 hatte ein Feldversuch mit den Großlastwagen begonnen; nach und nach durften diese in der Mehrzahl der Bundesländer auf bestimmten Straßen fahren. Der Feldversuch endete mit dem zurückliegenden Jahr - per Verordnung ermöglichte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aber, dass die Gigaliner auf den entsprechenden Straßen weiter unterwegs sein können.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums können zwei Fahrten mit einem Lang-Lkw drei Fahrten mit herkömmlichen Lastwagen ersetzen. So könnten die Effizienz gesteigert und Kraftstoff gespart werden. Die Allianz pro Schiene fürchtet, dass durch die Gigaliner mehr Verkehr auf die Straße abwandert. Der Güterverkehr auf der Schiene geht seit Jahren zurück.

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