Umzug wegen Großsanierung - Bis Ende 2018: Pfälzer Auslese

Karl Stankiewitz

Deutschlands größte Weingaststätte, die Weinstuben in der Residenz, werden ab 1. April arg gestutzt und ziehen während der Großsanierung um.

Rund um den Odeonsplatz, einem Knotenpunkt des München-Tourismus, verkümmert die Gastronomie. Erst verschied das beliebte Café Rottenhöfer, dann schloss das noch berühmtere Tambosi – und ab 1. April werden die Pfälzer Weinstuben einer Generalsanierung unterzogen, die den Freistaat 6,6 Millionen Euro kosten wird. Bis Ende 2018 stehen dann nur noch hundert Plätze im "Einsäulensaal" zur Verfügung – Pfälzer Auslese sozusagen.

Wenn in München lebende, gut organisierte Pfälzer oder andere Ortskundige sich "in der Residenz" verabredeten, dann meinten sie nicht etwa die herzoglich-kurfürstlich-königliche Hofburg als solche, sondern eine darin befindliche Lokalität. Die war zwar nur ein winziger Teil der riesigen Residenz, gilt aber doch als Deutschlands größte Weingaststätte. In den historischen Räumlichkeiten war Platz für über vierhundert Zecher.

Entstanden war diese Weinburg noch als Spätlese eines missglückten Aktes der Nachkriegsgeschichte. Als es nach 1949 darum ging, die durch Besatzungspolitik abgetrennte bayerische Rheinpfalz wieder "heimzuholen" in den ehemaligen Staatsverband, da fiel es dem neugegründeten "Landesverband der Pfälzer im rechtsrheinischen Bayern e.V." nicht schwer, zuständige Ministeriale und Politiker davon zu überzeugen, dass der verstärkte Absatz von Pfälzer Wein einen wichtigen Beitrag zur Rückgewinnung der verlorenen Provinz leisten könnte.

Seit 1950: der "Einsäulensaal" in der wiederaufgebauten Münchner Residenz

Tatsächlich stellten die staatlichen Stellen im September 1950 unbürokratisch den sogenannten "Einsäulensaal" der damals erst in Anfängen wiederaufgebauten Münchner Residenz für eine "Pfälzer Probierstube", wie viele heute noch sagen, zur Verfügung.
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