UN-Bericht: Huthis im Jemen profitieren von Handel mit Treibstoff aus dem Iran

Die Huthi-Rebellen kontrollieren den Hafen Hodeida

Die Huthi-Rebellen im Jemen profitieren einem UN-Bericht zufolge von Einnahmen aus dem Handel mit Treibstoff aus dem Iran. Der Treibstoff werde in iranischen Häfen geladen und mit Hilfe gefälschter Dokumente würden internationale Inspektionen umgangen, heißt es in dem Jahresbericht 2018, der in dieser Woche den 15 Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat übergeben wurde und den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte.

UN-Experten hätten "eine kleine Anzahl von Unternehmen sowohl im Jemen als auch außerhalb" identifizieren können, die im Treibstoffgeschäft tätig seien, heißt es darin. Der Kraftstoff habe "Individuen genutzt", die von UN-Sanktionen betroffen seien. Zudem hätten die Einnahmen aus dem Verkauf zur "Finanzierung des Krieges der Huthi beigetragen".

Der 85-seitige Bericht wirft erneut die Frage nach der iranischen Unterstützung für die Huthi-Rebellen im Jemen auf. Seit Kriegsbeginn hat Teheran dementiert, die Huthis militärisch zu unterstützen, sondern lediglich eine politische Unterstützung eingeräumt.

Der Bericht bestätigt zudem die Verantwortung der von Saudi-Arabien geführten Koalition für einen Bombenangriff auf einen Schulbus, bei dem am 9. August 43 Menschen getötet und 63 weitere verletzt worden waren. Die meisten Opfer waren Kinder.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten sowie den USA unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Hilfsorganisationen setzen die Zahl der Toten weit höher an. In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit.