UN-Chef zu einem Jahr Pandemie: "Tsunami des Leidens"

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António Guterres bei einer Pressekonferenz im Januar (Bild: Lev Radin/Pacific Press/LightRocket via Getty Images)
António Guterres bei einer Pressekonferenz im Januar (Bild: Lev Radin/Pacific Press/LightRocket via Getty Images)

Die Welt hat nach Ansicht von UN-Generalsekretär António Guterres in dem einen Jahr, seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Pandemie erklärt hat, einen "Tsunami des Leidens" durchgestanden.

"So viele Leben wurden verloren. Volkswirtschaften wurden auf den Kopf gestellt und Gesellschaften ins Taumeln gebracht", sagte der UN-Chef am Donnerstag in New York. "Die verletzlichsten haben am meisten gelitten. Die Abgehängten wurden noch weiter abgehängt."

Guterres dankte all denjenigen, die die Gesellschaften trotzdem am Laufen gehalten hätten, darunter dem medizinischen Personal. Ausdrücklich honorierte er auch all diejenigen, "die gegen Leugner und Desinformation aufgestanden sind und Wissenschaft und Sicherheitsvorgaben gefolgt sind. Ihr habt dabei geholfen, Leben zu retten".

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Die Impfstoffe hätten nun Hoffnung gebracht - müssten aber gerecht verteilt werden. Das sei der "größte Moral-Test unserer Zeit", sagte Guterres. "Es macht mir große Sorgen, dass einige Länder mit geringem Durchschnittseinkommen noch keine einzige Dosis bekommen haben, während reichere Länder auf dem Weg sind, ihre ganze Bevölkerung zu impfen. Wir sehen viele Beispiele von Impf-Nationalismus und Hortung von Impfstoff in reicheren Ländern - und Nebenabkommen mit Herstellern, die den Zugang für alle untergraben."

Die WHO hatte den Ausbruch des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt. Zu dem Zeitpunkt waren weltweit 118.000 Infektionen gemeldet und knapp 4300 Menschen nach einer Infektion gestorben. Ein Jahr später sind es nach der WHO-Statistik fast 120 Millionen gemeldete Infektionen weltweit und gut 2,6 Millionen Todesfälle.

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