UN-Generalsekretär beklagt fehlende Hilfe für Zivilisten in West-Mossul

UN-Generalsekretär Guterres hat die mangelnde internationale Unterstützung für die Zivilisten in der umkämpften irakischen Stadt Mossul beklagt. Beim Besuch eines Flüchtlingslagers im Osten der Großstadt forderte er mehr Solidarität

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die mangelnde Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für die Zivilisten in der umkämpften irakischen Stadt Mossul beklagt. Beim Besuch eines Flüchtlingslagers im Osten der Großstadt sagte er am Freitag, die UNO verfüge nicht über die erforderlichen Mittel zur Unterstützung der vertriebenen Menschen. Diese hätten "enorm gelitten" und würden weiter leiden. Doch das UN-Programm sei bislang nur zu acht Prozent finanziert. Notwendig sei mehr "internationale Solidarität".

Am Donnerstag war Guterres in der Hauptstadt Bagdad mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi zusammengetroffen. Im Onlinedienst Twitter hatte er die von den USA geführte Militärkoalition und die irakischen Streitkräfte aufgefordert, die Zivilisten in Mossul besser zu schützen. Der Schutz der Zivilbevölkerung müsse "absoluten Vorrang" haben. Guterres sprach zugleich von einer "katastrophalen humanitäre Lage".

Die irakische Armee und die mit ihr verbündete Militärkoalition hatten Mitte Februar eine Offensive gestartet, um die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vollständig aus Mossul zu vertreiben. Der IS hatte die zweitgrößte irakische Stadt im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht. Mossul ist die letzte Hochburg der Dschihadisten im Irak.

Den Ostteil der Stadt hatten die irakischen Regierungstruppen unterstützt durch Luftangriffe der Militärkoalition bereits im Januar zurückerobert. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei der Offensive zur Rückeroberung von West-Mossul allein zwischen dem 17. Februar und dem 22. März mehr als 300 Zivilisten getötet worden.

Der Kommandeur der Anti-IS-Koalition im Irak, US-Generalleutnant Stephen Townsend, hatte am Dienstag eine Mitverantwortung für getötete Zivilisten in West-Mossul eingeräumt. Im Westen der Großstadt sind der UNO zufolge etwa 600.000 Menschen eingeschlossen, davon allein in der Altstadt 400.000.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen