UN-Kommissar sieht humanitäre Hilfe für Nordkorea durch Sanktionen erschwert

UN-Menschenrechtskommissar al-Hussein

Die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea erschweren nach Einschätzung des UN-Hochkommissars für Menschenrechte die Lieferung lebenswichtiger Hilfsgüter in das abgeschottete Land. Bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Menschenrechtslage in Nordkorea warnte Zeid Ra'ad al-Hussein am Montag in New York vor den Folgen der Strafmaßnahmen für Millionen hilfsbedürftiger Menschen.

Schätzungen zufolge seien 18 Millionen Nordkoreaner - rund 70 Prozent der Bevölkerung - von akuten Lebensmittelengpässen betroffen, sagte al-Hussein. Hilfsorganisationen seien für 13 Millionen dieser Menschen die letzte Rettung - doch wegen der Sanktionen verzögere sich die Hilfe deutlich.

Als Beispiel nannte al-Hussein Sanktionen auf internationale Zahlungstransfers, durch welche es zu Verzögerungen bei der Lieferung humanitärer Hilfe von UN-Organisationen vor Ort komme. Der UN-Kommissar forderte den Sicherheitsrat auf, die humanitären Folgen der Sanktionen zu analysieren.

Wegen der Atom- und Raketentests Nordkoreas hat der UN-Sicherheitsrat mehrere Sanktionspakete gegen die Führung in Pjöngjang verhängt. Die Sondersitzung zur Menschenrechtslage in Nordkorea fand gegen den Willen Chinas, Nordkoreas wichtigstem Verbündeten, statt. Auch Russland und Bolivien stimmten am Montag gegen eine Fortsetzung der Sitzung. Zehn Länder stimmten dafür, Ägypten und Äthiopien enthielten sich.