Unabhängige Beobachter sehen Anstieg der Industrieproduktion in China im Mai

Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe Chinas ist unabhängigen Beobachtern zufolge im Mai so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr angestiegen. Der Index von S&P Global und des Wirtschaftsmediums Caixin stieg von 51,4 auf 51,7 Punkte. (Axel Heimken)
Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe Chinas ist unabhängigen Beobachtern zufolge im Mai so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr angestiegen. Der Index von S&P Global und des Wirtschaftsmediums Caixin stieg von 51,4 auf 51,7 Punkte. (Axel Heimken)

Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe Chinas ist unabhängigen Beobachtern zufolge im Mai so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr angestiegen. Der Index der Beratungsfirma S&P Global und des Wirtschaftsmediums Caixin stieg von 51,4 auf 51,7 Punkte, wie sie am Montag mitteilten. Ein Wert über 50 zeigt eine Zunahme der Produktion an. Der offizielle Index, den das staatliche Statistikamt am Freitag veröffentlicht hatte, liegt hingegen nur bei 49,5 Punkten.

"Die Konjunktur im verarbeitenden Gewerbe Chinas hat sich in einem stärkeren Tempo verbessert", was auf einen "Anstieg der Neuaufträge" zurückzuführen ist, erklärte Caixin. Dennoch "zögern die Unternehmen, zusätzliche Einstellungen vorzunehmen", weshalb sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Mai den neunten Monat in Folge verschlechtert habe.

Die Diskrepanz zu den offiziellen Zahlen ist ein weiteres Symptom der ungleichen Entwicklung verschiedener Sektoren im Land: Der offizielle Index konzentriert sich auf große staatliche Industriekonzerne, während der Caixin-Indikator hauptsächlich kleine und mittlere Privatunternehmen befragt.

Insgesamt hat sich die chinesische Wirtschaft seit dem Ende der strengen Corona-Einschränkungen nicht nachhaltig von der Pandemie erholt. Die Konsumlaune der chinesischen Verbraucher ist weiterhin schlecht und die Krise des Immobiliensektors zieht weite Kreise. Die schwache Weltwirtschaft drückt außerdem die Nachfrage nach chinesischen Produkten. Die geopolitischen Spannungen mit den USA und drohende Strafzölle auch der EU trüben die Stimmung der exportorientierten chinesischen Wirtschaft.

"Es wird Zeit brauchen, um Lösungen für die sich anhäufenden Probleme zu finden", erklärte Wang Zhe, Wirtschaftswissenschaftler bei Caixin. "Die Maßnahmen der Regierung zur Ankurbelung der Binnennachfrage und des Arbeitsmarktes müssen verstärkt und konstant fortgesetzt werden."

pe/mid