Festnahmen und Verletzte bei Protesten rund um Spiel FC Barcelona gegen Madrid

Gewalt in Barcelona

Rund um das Spitzenspiel zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona hat es in der katalanischen Hauptstadt am Mittwochabend gewaltsame Zusammenstöße zwischen Befürwortern einer Unabhängigkeit Kataloniens und der Polizei gegeben. Nach Behördenangaben vom Donnerstag wurden mehr als 60 Menschen verletzt, es gab zehn Festnahmen. Das Fußballspiel selbst lief weitgehend störungsfrei ab.

Zu der Demonstration in Barcelona aufgerufen hatten katalanische Unabhängigkeitsbefürworter der Bewegung Demokratischer Tsunami. Bereits vor dem Spiel legten tausende Demonstranten den Verkehr rund um das Stadion Camp Nou lahm. Auf den Rängen im Stadion schwenkten Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien tausende katalanische Fahnen. Auch wurden Banner mit dem Motto "Spanien, sitz und rede" hochgehalten, mit denen für Dialog geworben wurde.

Außerhalb des Stadions mündeten die Proteste in Gewalt. Vermummte Demonstranten setzten Barrikaden und Mülltonnen in Brand und bewarfen die Polizei mit Steinen und Flaschen. Die Beamten feuerten Gummigeschosse ab und gingen mit Schlagstöcken auf die Demonstranten los.

Die Polizei nahm zehn Menschen fest. Die Rettungskräfte gaben an, 64 Menschen seien wegen leichter Verletzungen behandelt worden, darunter 39 Polizisten. Ein Polizeisprecher sprach dagegen von 56 verletzten Beamten. Zwei davon hätten Knochenbrüche erlitten.

Die Bewegung Demokratischer Tsunami fordert ein zweites Unabhängigkeitsreferendum, was die spanische Zentralregierung in Madrid ablehnt. Anfänglich hatte am Mittwochabend rund um das Stadion noch Party-Atmosphäre mit Gesängen und Parolen geherrscht. Blaue Banderolen mit dem Slogan des Demokratischen Tsunami - "Freiheit, Rechte, Selbstbestimmung" - wurden verteilt.

Das als "El Clásico" bezeichnete Spitzenspiel der spanischen Liga verlief weitgehend störungsfrei, allerdings wurden in der zweiten Halbzeit dutzende gelbe Bälle aufs Spielfeld geworfen. Das Spiel endete 0:0. Es hatte eigentlich bereits am 26. Oktober stattfinden sollen, war aber wegen der massiven und teils gewaltsamen Proteste von Unabhängigkeitsbefürwortern verschoben worden.

Zu dem Match kamen fast 100.000 Fans. Rund 3000 Polizisten sicherten das Stadion ab. Auch im Stadion selbst wurden mehr Sicherheitskräfte eingesetzt als gewöhnlich.

Die Zusammenstöße vom Mittwochabend waren die ersten gewaltsamen Zwischenfälle seit Oktober, als der Oberste Gerichtshof neun katalanische Separatistenführer zu langen Haftstrafen verurteilt hatte. Es folgten tagelange gewaltsame Auseinandersetzungen.