Unbekannter schießt Hobbyfußballer in Berlin nieder

Berlin (dapd-bln). Völlig geschockt stehen die Fußballer am Rande des Jahn-Sportparks. Vor ihnen im Staub liegt einer ihrer Mannschaftskameraden mit einem durchschossenen Oberschenkel. Mindestens zwei Mal hat ein Unbekannter auf die Sportler geschossen - offenbar wahllos, mitten am helllichten Tag in Berlin, bei traumhaften Wetter, das zahllose Menschen auf die Straßen des Stadtteils Prenzlauer Berg lockt.

"Ich dachte, es wäre ein Feuerwerkskörper", beschreibt einer der Spieler im Nachhinein das pfeifende Geräusch, das er während des Spiels gehört hat. Wie er haben zunächst auch die anderen gedacht: Die beiden Spiele auf dem Kunstrasenplatz, den sich die zwei Freizeitteams seit Jahren teilen, gehen weiter. Doch etwa eine halbe Minute später sackt einer der Spieler zusammen.

"Hier schießt einer! Runter vom Platz!", schreien die ersten, nachdem sie ein Einschussloch an seinem rechten Oberschenkel erblicken. Das pfeifende Geräusch von zuvor macht nun Sinn. Nachdem sich alle Spieler zunächst ungläubig anschauen, rennen sie weg. Die Sportler suchen Schutz unter Hecken oder verstecken sich hinter nahen Bäumen.

Mitspieler ziehen Verletzten aus der Schussbahn

Einige von ihnen greifen sich den angeschossenen Mannschaftskameraden, der nach Auskunft eines Spielers als Gast in der Mannschaft mitkickte, und ziehen ihn vom Feld. Die anderen verständigen per Handy die Polizei und rufen einen Rettungswagen. Nach einer Erstversorgung wird der Angeschossene ins Krankenhaus gebracht. Polizisten sperren das Gelände ab. Eine Großfahndung wird eingeleitet, bisher ohne Erfolg. Die Kriminalpolizei sucht den Platz nach Projektilen ab.

Den Spielern zufolge sind die Schüsse wohl aus Richtung eines an die Sportanlage angrenzenden Gebäudes nahe der Schönhauser Allee gekommen. Dieses liegt geschützt hinter einem Zaun und Hecken. Gesehen hat den Schützen jedoch niemand. Auch nicht ein zufällig am Jahn-Sportpark vorbeikommender Freund der Fußballer, der an diesem Sonntag aussetzt. Er wundert sich lediglich, warum seine Kameraden alle vom Platz hektisch in Richtung der Bäume laufen.

dapd