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Unesco: Sichere und gerechte Wasserversorgung nötig für Wohlstand und Frieden

Eine sichere und gerechte Wasserversorgung für alle Länder der Welt ist einem neuen UN-Bericht zufolge unerlässlich, um ihren Wohlstand und den Frieden zu fördern. (JULIEN DE ROSA)
Eine sichere und gerechte Wasserversorgung für alle Länder der Welt ist einem neuen UN-Bericht zufolge unerlässlich, um ihren Wohlstand und den Frieden zu fördern. (JULIEN DE ROSA)

Eine sichere und gerechte Wasserversorgung für alle Länder der Erde ist einem UN-Bericht zufolge unerlässlich, um ihren Wohlstand und den Frieden zu fördern. Ein Mangel an sauberem Wasser wirke sich auf die wirtschaftliche und soziale Lage und die Sicherheit der betroffenen Länder aus, heißt es in dem am Freitag zum Weltwassertag veröffentlichten Weltwasserbericht der UN-Wissenschaftsorganisation Unesco. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) warb für besseren Wasserschutz.

"Ohne Zugang zu sauberem Wasser sind die Menschen Krankheiten ausgesetzt, die sie daran hindern, zur Schule zu gehen, zur Arbeit zu gehen und produktiv zu sein", erklärte der Chefredakteur des Wasserberichts, Richard Connor. Ohne Wasser gebe es keine elementare Sicherheit, keine landwirtschaftliche Produktion und keine Industrie.

Weltweit haben dem Bericht zufolge 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 3,5 Milliarden Menschen stehen keine sauberen Sanitäreinrichtungen zur Verfügung. In Entwicklungsländern sind dem Bericht zufolge bis zu 80 Prozent der Arbeitsplätze abhängig von Wasser - vor allem in der Landwirtschaft und in wasserintensiven Industrien.

Ungleichheiten bei der Verteilung von Wasserressourcen, beim Zugang zur Ver- und Entsorgung führten zu Spannungen, welche die Wasserunsicherheit verschärfen könnten, betont der Bericht. "Wasser und Frieden sind sehr eng miteinander verknüpft", sagte auch die Sekretärin der UN-Wasserkonvention, Sonja Köppel, der Nachrichtenagentur AFP.

Mehr als 60 Prozent aller Süßwasservorkommen müssten sich mindestens zwei Länder teilen. "Bei diesen Gewässern zusammenzuarbeiten ist entscheidend für Frieden, Entwicklung und Klimaschutzmaßnahmen", sagte Köppel in Genf.

Als positives Beispiel nannte die Unesco, dass Mali, Mauretanien und der Senegal für das Wassermanagement eines Flusses, der durch alle drei Länder fließt, ein gemeinsames Gremium gründeten. Von den weltweit 153 Ländern, die sich einen Flusslauf, einen See oder unterirdische Wasserquellen teilen, hätten allerdings nur 31 "Kooperationsabkommen für mindestens 90 Prozent der Oberfläche ihrer grenzübergreifenden Wasservorkommen" geschlossen, heißt es im Weltwasserbericht.

Unesco-Generalsekretärin Audrey Azoulay forderte zudem eine stärkere Beteiligung der Privatwirtschaft an den Investitionen in die Wasserversorgung. Schließlich seien für den Zugang aller Menschen zu sauberem Trinkwasser und sauberen Sanitäranlagen bis 2030 jährliche Investitionen von etwa 114 Milliarden Dollar (105 Milliarden Euro) notwendig.

Der Unesco-Bericht warnte zudem vor neuen Technologien, die ohne Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf das Wasser entwickelt würden - selbst wenn diese das Ziel hätten, die Treibhausgasemissionen zu verringern. Als Beispiele wurden in dem Bericht unter anderem Biokraftstoffe oder Lithiumbatterien genannt. Außerdem bräuchten IT-Unternehmen für die Kühlung ihrer Serverrechner immer mehr Wasser. 70 Prozent des Süßwasserkonsums entfällt dem Bericht zufolge aber noch auf die Landwirtschaft.

UN-Generalsekretär António Guterres rief alle Länder auf, ihre grenzübergreifende Zusammenarbeit auszubauen und die 1992 vereinbarte "UN-Wasserkonvention umzusetzen". Bislang sind 52 Länder beigetreten, vorwiegend in Europa, Asien und Afrika. Köppel warb, eine stärkere Zusammenarbeit in puncto Wasser im Nahen Osten könne die Spannungen in der Region insgesamt verringern.

Bundesumweltministerin Lemke sieht auch Deutschland vor erheblichen Herausforderungen für die künftige Wasserversorgung. Es müsse seine "Infrastruktur, Landnutzung und Stadtentwicklung an die Folgen der Klimakrise anpassen und Wasser besser in der Landschaft speichern", sagte die Grünen-Politikerin der "Rheinischen Post".

yb/cp