Unfall: Uber zieht bei selbstfahrenden Test-Autos die Notbremse

Der amerikanische Fahrdienst Uber hat seine selbstfahrenden Test-Autos vorsichtshalber von der Straße genommen – eines der Fahrzeuge war in einen Unfall verwickelt. An dem Zusammenstoß sei nicht der Wagen des Fahrdienst-Vermittlers, sondern der Fahrer des anderen Autos schuld gewesen, der die Vorfahrt genommen habe, sagte eine Sprecherin der Polizei in Tempe im Bundesstaat Arizona laut Medienberichten (Finanzdienst “Bloomberg”). Niemand sei ernstlich verletzt worden.

RT Raufhandel: Uber stoppt Tests selbstfahrender Autos nach Unfall https://t.co/RMeMFveAoY (via #t3n) pic.twitter.com/RZgyd9PkP3— Thorsten Claus (ThorstenClaus) 27. März 2017

Nach Crash mit Roboterwagen: #Uber stoppt seine selbstfahrenden Autos. https://t.co/q0REABChlj pic.twitter.com/GKOlwGwFaM— Der Tagesspiegel (@tagesspiegel) 26. März 2017

Zum Zeitpunkt des Crashs saßen zwei Fahrer auf den Vordersitzen des Uber-Autos, das im Selbstfahrmodus war, so Uber in einer E-Mail. Der Rücksitz sei leer gewesen.

Medien ( TV-Sender “ABC”) veröffentlichten Fotos, auf denen ein umgebautes Auto mit Ubers Roboterwagen-Sensoren auf dem Dach auf der Seite lag.

Fahrerlose Autos forderten “menschliches Eingreifen in vielen Situationen, etwa bei schlechtem Wetter”, so Uber beim Start des Pilotprogramms in Pittsburgh im vergangenen Jahr. Die neue Technologie habe aber das Potenzial, die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren.

Der Unfall ist nicht der erste mit einem selbstfahrenden Auto. Ein Fahrer eines Tesla -“Modell S” im Autopilot-Modus kam im Jahr 2016 in einer Kollision mit einem LKW in Williston, Florida, ums Leben. Ein selbstfahrendes Fahrzeug, das von Google betrieben wurde, kollidierte im vergangenen Jahr beim Versuch, einem Hindernis auszuweichen, in Mountain View, Kalifornien, mit einen Bus.

VERUNSICHERTE VERSICHERER

Auch bei automatisch gesteuerten Autos will Europas größter Versicherer Allianz an der Haftung des Halters bei Unfällen nicht rütteln.

In einem gemeinsamen Positionspapier sprachen sich Allianz Worldwide Partners und der Münchener Autobauer BMW dafür aus, dass sich der Halter auch künftig gegen Fehler des Fahrers und mögliche technische Defekte des Autos versichern müsse. Erst in zweiter Linie solle dann zwischen dem Kfz-Versicherer und dem Autobauer geprüft werden, ob letzterer für eine Fehlfunktion zahlen müsse.

Auch die HUK Coburg sprach sich dafür aus, die geltende Halterhaftung beizubehalten. Verkehrsrechtsexperte Benjamin von Bodungen: “Wenn ich das Haftungsrisiko minimieren möchte, muss ich auf das Fahrgeschehen achten”, ergänzte er. Damit werde das autonome Fahren allerdings unattraktiver.

su mit dpa, Reuters

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