Unfassbar! Kamerun verweigert nach VAR-Ärger den Anstoß

SPORT1

Ob es das im Fußball jemals gegeben hat? Die Frauenmannschaft von Kamerun verweigerte nach dem 2:0 der Engländerinnen kurz vor Ende der ersten Halbzeit den Anstoß und provozierte beinahe einen Spielabbruch.

Kameruns Frauennationalmannschaft sorgte gegen England für einen Eklat. (Bild: Getty Images)

Was war passiert? Ellen Whites Treffer wurde zunächst aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt. Kamerun atmete auf, doch dann meldete sich der deutsche Videoschiedsrichter Sebastian Dankert.

White war bei dem hervorragenden Zuspiel durch Lucy Bronze auf gleicher Höhe mit der Kameruner Hintermannschaft. Folglich gab Schiedsrichterin Qin Liang den regulären Treffer.

Das wollten die Kamerunerinnen allerdings nicht einsehen und forderten von der Unparteiischen eine Erklärung und verweigerten die Spielfortsetzung.

Spielführerin Gabrielle Onguene versuchte ihre Mitspielerinnen zu beruhigen - letztlich mit Erfolg. Der Anstoß erfolgte und die Schiedsrichterin pfiff zur Pause.

VAR-Schock nach der Pause

Doch nach der Pause erwartete Kamerun der nächste VAR-Schock!

Hoch motiviert kamen die Löwinnen aus der Kabine und setzten früh die Engländerinnen unter Druck. In der 49. Minute traf Ajara Nchout zum umjubelten Anschluss. Doch wieder meldete sich der Videoschiri - und die Entscheidung ging wieder zu Lasten Kameruns. Abseits!

Kamerun verstand die Welt nicht mehr, die vermeintliche Torschützin brach in Tränen aus. Spielerinnen, Trainer und Betreuer diskutierten wild an der Seitenlinie. Allerdings war auch diese Entscheidung regulär.

England bleibt cool

Die Kamerunerinnen versuchten weiter dem Anschluss zu erzielen, doch in ihrer stärksten Drangphase blieben die Engländerinnen cool und markierten durch Alex Greenwood das vorentscheidende 3:0 (58. Minute).

Um Dankert wurde es nicht ruhiger. In der 77. Minute wurde ein möglicher Elfmeter für England nicht gegeben und sogar nach der regulären Spielzeit blieb die VAR-Entscheidung im Zentrum des Geschehens.

In der zehnten Minute der Nachspielzeit wurde eine mögliche Rote Karte gegen Kameruns Alexandra Engolo kontrolliert. Doch die Kamerunerin bekam für ihr Frustfoul nur Gelb - die einzige Fehlentscheidung des Videoschiedsrichters.

Am Ende gewann England das VAR-Spektakel. Die Kamerunerinnen hinterließen allerdings durch ihren Streik, der fast ein Spielabbruch bedeutet hätte, einen bleibenden Eindruck.

Trotz des Sieges fand Englands Trainer Phil Neville nach der Partie klare Worte: "Das war kein Fußball, ich habe ihn nicht wiedererkannt und ihn auch nicht genossen!"