Ungarn stellt Hotelanlage am Plattensee für jüdische Flüchtlinge zur Verfügung

Am Plattensee in Ungarn hat sich eine leerstehende Hotelanlage in einen Ort der Hoffnung für jüdische Flüchtlinge aus der Ukraine verwandelt. Erfolgreiche Zusammenarbeit der jüdischen Verbände Ungarns und der Ukraine mit der ungarischen Regierung haben diese Gemeinschaft möglich gemacht.

Manche Familien blieben nur kurz, auf dem Weg in die USA oder Israel, andere wollen hier das Ende des Krieges abwarten und hoffen, wieder in die Ukraine zurückkehren zu können.

Rabbiner Schlomo Köves sagt, dies sei das einzige größere jüdische Flüchtlingslager in Europa:

"Hier können Menschen, die nicht nur Juden sind, sondern auch als Juden leben wollen, genau das tun. Sie können bewusst Teil der religiösen Gemeinschaft sein, ihren Bräuchen treu bleiben, die Ernährungsregeln einhalten.

Wir bekommen ständig mehr und mehr Anrufe, Leute, die hierher kommen wollen. Nicht nur aus der Ukraine, auch von anderswoher in Europa, von ukrainischen Juden, die dachten, sie würden anderswo eine dauerhafte Lösung finden, doch das haben sie nicht. Also möchten sie gerne hierher kommen. Viele von ihnen sind Frauen, die ihre Ehemänner in der Ukraine lassen mussten."

Die einstige Hotelanlage steht auf 18 Hektar Land und im Moment sind etwa 400 Menschen dort. Ein Unternehmer will helfen, damit die brachliegende Kegelbahn des Hotels wieder zu Leben erweckt werden kann.