“Ungenügend” für Nestlé: “Nesquik”-Kakao fällt bei Konsumententest durch

Kakao hat gemeinhin einen guten Ruf – bei Pulvergetränken ist aber Vorsicht geboten. (Symbolfoto: Anna Quaglia / EyeEm/Getty Images)

Ein Konsumentenmagazin testete 13 Kakaosorten auf Mineralölrückstände, Zucker und weitere negative Faktoren. Mit vernichtendem Urteil abgeschlagen auf dem letzten Platz: das Produkt des Lebensmittelgiganten Nestlé.

Auch wenn Kakao gemeinhin als gesundes Getränk gilt, ist Vorsicht geboten. In erster Linie bestehen Kakaopulver-Getränke nämlich aus jeder Menge Zucker – bis zu 80 Prozent. Auch ein stark erhöhter Mineralölgehalt ist darin zu finden – das berichtete das Konsumentenmagazin “Ökotest” anlässlich einer aktuellen Untersuchung.

13 kakaohaltige Kakaopulver wurden vom Magazin genau getestet. Besonders schlecht schnitt das Produkt “Nesquik” des Lebensmittelgiganten Nestlé ab – es wurde mit dem Gesamturteil “ungenügend” bewertet und landete auf dem letzten Platz. “Allein für die Mineralölrückstände ziehen wir zwei Noten unter dem Teilergebnis Inhaltsstoffe ab, für den erhöhten Zuckergehalt pro Portion und die zugesetzten Vitamine jeweils eine Note. Hinzu kommt: Die fragwürdigen Angaben auf der Verpackung summieren sich zu einem ‘mangelhaften’ Teilergebnis”, so das Magazin auf seiner Website.

Für den Lebensmittelkonzern Nestlé ist das Ergebnis nur wenig erfreulich. (Bild: Michele Limina/Bloomberg via Getty Images)

Organschäden bei Tieren

Nestlé sei besonders stark mit Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) verunreinigt, so das Magazin. Bei Tierversuchen zeigte sich, dass MOSH organschädigend sind und sich unter anderem negativ auf Leber und Lymphknoten auswirken können. Lebensmittel können über die Verpackungen mit Rückständen verunreinigt werden, Kakaobohnen und Zucker kommen unter Umständen schon während der Produktion mit Schmierölen in Berührung.

Außerdem kritisierte das Verbrauchermagazin, dass Nestlé empfehle, zwei bis drei gehäufte Teelöffel pro Glas Kakao zu verwenden. Dies bedeute eine Zuckerration von mehr als 7,5 Gramm – mehr als die Hälfte der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Menge für dreijährige Kinder.

Auch die künstlichen Vitamine werden im Test kritisiert. Diese seien einzig dazu da, den Eindruck zu erwecken, dass es sich hier um ein gesundes Lebensmittel handle.
Ein weiterer Kritikpunkt sind auch die Angaben auf der Verpackung. Dort werden die Nährstofftabellenwerte für einen durchschnittlichen Erwachsenen angegeben – das Produkt ziele aber in erster Linie auf Kinder ab. Nestlé werbe bei einem Produkt, das großteils aus Zucker besteht, mit Milch – und der Selbstverständlichkeit “ohne Konservierungsstoffe laut Gesetz”.
Von den 13 getesteten Produkten schnitt nur eines mit “Sehr gut” ab, sieben wurden mit “Gut” bewertet, der Rest liegt im Mittelfeld. Nestlé liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz.