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Union bremst Haushaltsfinanzierungsgesetz im Bundesrat aus

Die Union verzögert die Verabschiedung des Haushaltsfinanzierungsgesetzes im Bundesrat. (John MACDOUGALL)
Die Union verzögert die Verabschiedung des Haushaltsfinanzierungsgesetzes im Bundesrat. (John MACDOUGALL)

Die Union verzögert die Verabschiedung des Haushaltsfinanzierungsgesetzes im Bundesrat. Die Länderkammer habe es auf Druck der unionsgeführten Länder abgelehnt, das Gesetz für Freitag im Eilverfahren auf die Tagesordnung des Bundesrats zu setzen, wie am Donnerstag aus Parlamentskreisen verlautete. Damit werde es voraussichtlich erst in der Sitzung am 22. März behandelt werden können. Die Koalition warf der Union ein Blockademanöver vor.

Das Haushaltsfinanzierungsgesetz regelt notwendige gesetzliche Änderungen, deren Auswirkungen im Haushaltsentwurf bereits berücksichtigt sind. Das Gesetz für 2024 sieht unter anderem eine höhere Luftverkehrssteuer, Sanktionsmöglichkeiten beim Bürgergeld und den schrittweisen Abbau der Begünstigungen beim Agrardiesel vor.

Der letzte Punkt war der Grund für die Verzögerung im Bundesrat, wie aus Unionskreisen verlautete. Deutsche Bauern protestieren seit Wochen gegen die geplante Subventionskürzung, CDU und CSU unterstützen diese Kritik.

Der eigentliche Bundeshaushalt 2024 soll am Freitag wie geplant verabschiedet werden - durch die Verzögerung bei der Verabschiedung des dazugehörigen Haushaltsfinanzierungsgesetzes fehlt dann aber zunächst die gesetzliche Grundlage zur Finanzierung einiger Positionen im Bundesetat.

Der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Christoph Meyer, kritisierte das Vorgehen der Union als "Absurdität". Der Haushalt 2024 werde am Freitag ohnehin den Bundesrat passieren, die Verzögerung beim Haushaltsfinanzierungsgesetz werde daran nichts ändern, sagte Meyer zu AFP. "Der Aufstand von CDU und CSU ist scheinheilig und zielt nur auf den billigen Effekt."

Das Haushaltsfinanzierungsgesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig. Die Länderkammer kann seine Verabschiedung aber verzögern - so wie es nun geschehen ist. Das Gesetz soll am Freitagmorgen zunächst im Bundestag verabschiedet werden; die Pläne der Koalition sahen ursprünglich vor, das Gesetz dann noch am gleichen Tag auch im Bundesrat abschließend zu beraten. Dafür wäre die Verkürzung der Beratungsfristen im Bundesrat nötig gewesen - dem wollten die unionsgeführten Länder aber den Angaben zufolge nicht zustimmen.

pw/bk