Unionsfraktion will bei Passfoto-Plänen auf Bedenken der Fotografen eingehen

Musterexemplar des deutschen Reisepasses

Nach dem massiven Protest von Fotografen gegen die Passfoto-Pläne der Bundesregierung erwägt die Unionsfraktion, die Neuregelung zu entschärfen. "Unser Anliegen ist die Sicherheit, aber ganz gewiss nicht die Verdrängung der Fotografen aus dem Passbildgeschäft", sagte Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Donnerstagsausgaben). Eine Möglichkeit könne dabei sein, Fotografen für entsprechende Aufnahmen zu zertifizieren und "ein sicheres Übertragungsverfahren zu etablieren".

Der Gesetzentwurf befinde sich "glücklicherweise in einem sehr frühen Stadium, in dem nichts entschieden ist", sagte Frei. Für Alternativvorschläge aus der Fotografen-Branche zeigte er sich offen. Bis zum 28. Januar können Fotografenverbände und andere im Rahmen der Länder- und Verbändebeteiligung noch ihre Stellungnahme abgeben.

Der Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums von Horst Seehofer (CSU) sieht vor, dass Passfotos künftig direkt bei der ausstellenden Behörde angefertigt werden, nicht mehr beim Fotografen. Der Handelsverband Deutschland hatte deshalb beklagt, dass es für viele Fachhändler im Fotohandel schwierig werde, wenn die Erstellung von Passfotos als Einnahmequelle wegfalle.

Mit der Änderung will das Ministerium verhindern, dass manipulierte Fotos auf Pässen landen und damit unter Umständen mehrere Personen einen Ausweis nutzen können. Hintergrund ist das sogenannte "Morphing", bei dem mehrere Fotos digital miteinander verschmolzen werden können.