United Airlines bietet allen Passagieren, die erleben mussten, wie ein Mann aus dem Flugzeug gezerrt wurde, eine volle Rückerstattung des Ticketpreises an

Demonstranten vor dem United Airlines Terminal am O’Hare International Airport in Chicago. (Scott Olson/Getty Images)

Die unter Beschuss geratene Fluggesellschaft United Airlines hat allen Passagieren, die den Vorfall miterlebt haben, der einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien auslöste, eine volle Rückerstattung des Ticketpreises angeboten.

Die Airline sagte, dass Passagiere des United Express Fluges 3411 vom vergangenen Sonntag eine Entschädigung in Höhe des Ticketpreises erhalten – entweder in bar, als Gutschrift oder in Flugmeilen.

United Airlines macht diesen Schritt nach Tagen extremen Drucks, nachdem David Dao gewaltsam aus dem Flugzeug entfernt wurde und das diesbezügliche Video viral ging.

Die Anwälte von Dao, der sich krümmte, schrie und blutete als Polizisten ihn aus seinem Sitz zerrten und ihn aus dem Flugzeug schleiften, haben Klage eingereicht und fordern, dass United Airlines und die Stadt Chicago alle Überwachungsvideos, Tonaufnahmen aus dem Cockpit sowie die Passagier- und Crewlisten für den Flug sicherstellen.

Der O’Hare International Airport, wo der Vorfall am Sonntag geschah, wird von der Stadt betrieben. a

Am Mittwoch wandte sich Oscar Munoz, CEO des Mutterkonzerns von United, im Fernsehen erneut an die Öffentlichkeit und versuchte, den Schaden für sein Unternehmen zu begrenzen.

Er sagte in der Show „Good Morning America“ auf ABC, dass er sich „schäme“, wenn er das Video sieht, wie ein Passagier aus dem Flugzeug gezerrt wird.

Er entschuldigte sich erneut bei Dao, einem Arzt aus Kentucky, und den anderen Passagieren, die durch das Erlebte verstört wurden.

„So ist unsere Familie bei United nicht”, sagte er. „Das wird auf einem United-Flug nie wieder vorkommen. Das verspreche ich.“

Dao, 69, wurde am Sonntag aus dem Flugzeug nach Louisville entfernt, da der Flug völlig überbucht war und die Airline wollte, dass vier Passagiere wieder aussteigen, damit Mitarbeiter mitfliegen können.

Munoz‘ Wortwahl hatte sich erheblich verändert als die Empörung in den sozialen Medien hochkochte. Zunächst verteidigte er die Maßnahme und beschrieb Dao als „störend und streitlustig“.

Experten für Marken-Reputation sagten, dass der Vorfall sehr schlecht gehandhabt wurde. United verlor Milliarden von Dollar an Wert.

Maarten L. Albarda, CEO von Flock Associates USA, erklärte gegenüber „Ad Age”: „Das Beste ist, den Fehler öffentlich einzugestehen. Man sollte ihn keinesfalls erklären oder rechtfertigen. Es kommt nur auf die Wahrnehmung an, deshalb muss sich UA öffentlich entschuldigen und das dann auf sich beruhen lassen.“

Und Tim Calkins, Professor für Marketing an der Kellogg School of Management sagte: „Oberste Priorität ist jetzt, sich um die Kunden zu kümmern, die an Bord dieses Fluges waren, vor allem um diejenigen, die entfernt wurden. United sollte alles unternehmen, um deren Bedenken aus dem Weg zu räumen. United muss außerdem Bedauern darüber ausdrücken, was geschehen ist.“

Mark Dorman
Yahoo Finance UK

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