United-Airlines-Skandal: Fluggast erwägt Klage

Der Mann, der am Sonntag auf dem Chicagoer Flughafen unter Gewaltanwendung aus einer überbuchten Maschine der US-Fluggesellschaft United Airlines gebracht wurde, hat sich bei dem Vorfall nach Angaben seines Anwaltes eine Gehirnerschütterung sowie eine gebrochene Nase zugezogen. Zudem habe er zwei Vorderzähne verloren.

“Was meinem Vater passiert ist, sollte unabhängig von den Umständen keinem Menschen passieren. Wir waren erschrocken, schockiert und angewidert, als wir erfahren und gesehen haben, was ihm passiert ist”, sagte Crystal Dao Pepper, die Tochter des 69-jährigen Mediziners David Dao, der von Bediensteten von United Airlines als einer der Passagiere ausgewählt wurde, die das Flugzeug aufgrund der Überbuchung verlassen mussten.

Es sei eine sehr schwierige Zeit für ihre Familie und vor allem für ihren Vater, so Dao Pepper.

“It has been a very difficult time for my family, especially my dad.” – Crystal Dao Pepper, daughter of United passenger pic.twitter.com/8wg83ZSC5k— Tasneem N (@TasneemN) 13 avril 2017

Daos Anwalt Thomas Demetrio sagte: “Wir, United Airlines und die Fluggesellschaften – wir alle müssen uns darüber klar werden, was wir tun. Wir lassen die Leute bezahlen, lassen sie in den Flugzeugen Platz nehmen und den Sicherheitsgurt anlegen. Sollten wir sie dann tatsächlich wieder aus der Maschine bringen? Ist es das, was wir als Gesellschaft wollen?”

Demetrio ergänzte, dass es wahrscheinlich zu einer Klage kommen werde. Sein Mandant war der Aufforderung von United Airlines, das Flugzeug zu verlassen, nicht nachgekommen. Daraufhin schleiften Sicherheitsbeamte den Mann gewaltsam aus der Maschine. Dao habe ihm gesagt, durch den Flugzeuggang geschleift zu werden, sei eine schlimmere Erfahrung gewesen als seine Flucht aus Vietnam im Jahr 1975, teilte Demetrio mit.

“United hat Passagiere schikaniert”, so Demetrio

Atty. Thomas Demetrio on $UAL policies: “United has bullied passengers.” pic.twitter.com/nDm5SARb0f— Phil LeBeau (@Lebeaucarnews) 13 avril 2017

Oscar Munoz, der Geschäftsführer von United Airlines, bedauerte in einem Schreiben den Vorfall von Chicago. Das Unternehmen will eine Untersuchung des Geschehenen bis zum 30. April abgeschlossen haben. Man werde die Maßnahmen überdenken, wie man mit Überbuchungssituationen umgehe, und werde entsprechende Schulungsmaßnahmen verbessern, ließ United Airlines verlauten. Ebenfalls werde man keine Sicherheitsbeamten mehr damit beauftragen, Fluggäste aus Maschinen zu bringen – es sei denn, die Sicherheitslage erfordere dies.

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