UNO: 1,4 Millionen Kinder in Somalia bis zum Jahresende akut unterernährt

Kinder in einem Flüchtlingszelt nahe Baidoa

Angesichts der Hunger- und Dürrekatastrophe in Somalia hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef davor gewarnt, dass bis Ende des Jahres 1,4 Millionen Kinder an akuter Mangelernährung leiden könnten - 50 Prozent mehr als Ende 2016. 275.000 dieser Kinder drohe eine extreme Unterernährung mit schweren lebensbedrohlichen Symptomen, teilte Unicef am Dienstag in Genf mit.

Bei diesen Kindern bestehe ein "neun Mal höheres Risiko, an Cholera, Durchfall oder Masern zu sterben", sagte Unicef-Sprecherin Marixie Mercado. "Die Kombination aus Mangelernährung, Krankheit und Flucht ist tödlich für Kinder." Ein schwer unterernährtes und dehydriertes Kind könne innerhalb von Stunden an Durchfall oder Cholera sterben.

2011 waren in dem ostafrikanischen Land rund 260.000 Menschen infolge von Mangelernährung gestorben. Etwa die Hälfte davon waren nach UN-Angaben Kinder unter fünf Jahren.

Seit November 2016 sind Unicef zufolge in Somalia schätzungsweise 615.000 Menschen vor der schweren Dürre geflohen, die meisten davon Frauen und Kinder. In Ostafrika herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit fünf Jahrzehnten.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) war am Montag als erster deutscher Außenminister nach Somalia gereist. Dabei forderte er, die internationale Gemeinschaft müsse "den Kampf gegen die Hungerkatastrophe aufnehmen, die hier bereits in vollem Gange ist". Am 11. Mai soll in London eine Konferenz zur Lage in Somalia stattfinden.

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