UNO mahnt vor Wahl in Myanmar Pressefreiheit an

Zum Tag der Pressefreiheit haben die Vereinten Nationen Myanmar zur Gewährleistung einer freien Berichterstattung rund um die Wahl aufgefordert. Im November sollen die Bürger Myanmars erstmals weitgehend frei ein neues Parlament wählen können

Zum Tag der Pressefreiheit haben die Vereinten Nationen Myanmar zur Gewährleistung einer freien Berichterstattung rund um die Parlamentswahl im November aufgefordert. Journalisten müssten "ohne Furcht und Einschüchterung" über den Urnengang berichten können, sagte der örtliche Vertreter der UN-Kulturorganisation Unesco, Sardar Umar Alam, in Rangun. Er sprach bei einer gemeinsam mit dem myanmarischen Informationsministerium organisierten Veranstaltung vor etwa hundert Zuhörern, darunter zahlreiche Journalisten und Regierungsvertreter. Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi sagte, die Medien könnten zu einer "freien und fairen" Wahl beitragen.

Im Herbst 2010 hatte die Militärjunta in Myanmar nach jahrzehntelanger Herrschaft einen politischen Reformprozess eingeleitet. Die Macht wurde an eine formal zivile Regierung unter dem früheren General Thein Sein übertragen.

Im November sollen die Bürger Myanmars erstmals weitgehend frei ein neues Parlament wählen können, dem Militär bleiben allerdings weiter 25 Prozent der Mandate vorbehalten. Allgemein wird bei einem fairen Wahlverlauf mit einem Sieg von Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie gerechnet.

Nach dem Tod eines Journalisten in Militärgewahrsam im vergangenen Jahr und mehreren Festnahmen von Medienvertretern wächst indes international die Sorge um die Pressefreiheit in dem südostasiatischen Land. Es wird befürchtet, dass bereits erreichte Fortschritte im Medienbereich zurückgedreht werden könnten.