UNO: Milliardenschäden durch Plastikmüll in Ozeanen

Eine kleine Brauerei im US-Bundesstaat Florida zieht in den Kampf gegen Plastikmüll im Meer: Das Unternehmen Saltwater hat eine neuartige Verpackung für Sechserpacks erfunden, die für Fische und andere Meerestiere essbar ist

Die Entsorgung von Plastikmüll in den Weltmeeren verursacht nach UN-Angaben einen Schaden von mindestens 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) pro Jahr. Der Abfall bedrohe die Meerestiere, den Tourismus und die Fischerei, teilte das UN-Umweltprogramm Unep zur Eröffnung einer Umweltkonferenz im kenianischen Nairobi mit. "Plastik spielt heutzutage eine wichtige Rolle, aber wir können die Umweltschäden, die durch unseren Verbrauch entstehen, nicht ignorieren", sagte Unep-Chef Achim Steiner. Die wichtigste Botschaft zur Vermeidung von Plastikmüll laute: "reduzieren, wiederverwenden, recyceln".

Experten des Unep warnen in ihrem Bericht unter anderem davor, dass die im Meer entsorgten Kunststoffe für Tiere Schildkröten zu giftigem Futter würden. Andere Meeresbewohner wie Delfine und Wale verhedderten sich im Plastikmüll. Auch Korallenriffe würden durch den Abfall schwer beschädigt. Zudem hätten sich kleinste Plastikteilchen im Polareis festgesetzt. Als Beispiele für wirtschaftliche Schäden werden in dem Bericht unter anderem verschmutze Strände und die Beschädigung von Fischereiausrüstung genannt.

Ein Großteil des Plastiks wird von den Meeresströmungen zu großen Müllbergen zusammengeschoben. Zunehmend Sorge bereiten den Experten aber auch kleinste Plastikteilchen, die von den Meeresbewohnern aufgenommen werden. "Die verunreinigten Partikel werden durch die Strömungen über große Entfernungen transportiert und landen schließlich als chemische Bestandteile in unserem Essen", sagte Steiner. Die Mikropartikel entstehen einerseits durch die Auflösung des Plastiks in den Meeren. Sie sind aber auch in Produkten wie Zahlpaste, Duschgel oder Reinigungscremes enthalten und gelangen über das Abwasser in die Ozeane.

Umweltschützer forderten in Nairobi einen größeren Einsatz von Firmen zu Reduzierung von Plastikmüll. Die Unternehmen sollten ähnlich wie bei CO2-Ausstoß auch beim Plastik auf ihren ökologischen "Fußabdruck" achten, forderte Andrew Russell vom Plastic Disclosure Project.

An der fünftägigen Konferenz in Kenia beteiligen sich mehr als 1200 Umweltexperten. Sie wollen bei dem Treffen auch über Themen wie den illegalen Handel mit Wildtieren beraten.

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