UNO warnt vor Seuchen nach Erdrutsch in Papua-Neuguinea

Nach dem tödlichen Erdrutsch in Papua-Neuguinea warnen UN-Experten vor der Ausbreitung von Seuchen. Das Wasser in der Unglücksregion sei belastet, Durchfallerkrankungen und Malaria drohten. (NICKSON PAKEA)
Nach dem tödlichen Erdrutsch in Papua-Neuguinea warnen UN-Experten vor der Ausbreitung von Seuchen. Das Wasser in der Unglücksregion sei belastet, Durchfallerkrankungen und Malaria drohten. (NICKSON PAKEA)

Nach dem tödlichen Erdrutsch in Papua-Neuguinea warnen UN-Experten vor der Ausbreitung von Seuchen. Das Wasser in der Unglücksregion sei belastet, Durchfallerkrankungen und Malaria drohten. Die Überlebenden warten weiter auf Hilfslieferungen mit Nahrung und sauberem Trinkwasser. Erschwert wird die Hilfe durch Unklarheit über die genaue Zahl der Betroffenen: Während die Regierung von mindestens 2000 Todesopfern spricht, deuten Satellitenbilder auf deutlich weniger Opfer hin.

Sämtliche Wasserläufe in der näheren Umgebung der Unglücksstelle verlaufen durch das von dem Erdrutsch hinterlassene Trümmerfeld, wie die UN-Behörde für Migration (IOM) am Donnerstag warnte. Dort werden zahlreiche Leichen vermutet, das Wasser ist entsprechend belastet. Es bestehe ein "erhebliches Risiko" der Ausbreitung von Infektionskrankheiten, erklärte die IOM. Es sei daher dringend notwendig, Nahrung, Trinkwasser und Wasserreinigungstabletten in das Gebiet zu bringen.

Seit dem Erdrutsch am vergangenen Freitag graben Überlebende mit Schaufeln und Holzlatten nach ihren verschütteten Angehörigen. Augenzeugen berichten von durchdringendem Verwesungsgeruch an der Unglücksstelle. Nur sehr wenige Leichen wurden bisher geborgen. Schweres Räumgerät ist noch nicht in der entlegenen Unglücksregion eingetroffen. Die einzige Zufahrtsstraße ist durch den Erdrutsch unpassierbar, zudem ist das Gelände weiterhin instabil.

Sorgen bereitet zudem, dass die Zahlen zu Todesopfern, Verletzten und Obdachlosen bislang sehr ungenau sind. "Das Fehlen exakter und zeitnaher Informationen über die betroffenen Gebiete und Bevölkerung behindert eine effektive Planung und Lieferung humanitärer Hilfe", warnte die IOM.

Die Regierung von Papua-Neuguinea hatte die Zahl der Todesopfer auf etwa 2000 geschätzt. Dies dürfte jedoch nach Einschätzung erfahrener Katastrophenschützer, örtlicher Vertreter und von Diplomaten deutlich zu hoch gegriffen sein. Vor dem Erdrutsch aufgenommene Satellitenbilder böten "keine Anzeichen dafür, dass dort derart viele Menschen konzentriert waren", sagte der Erdrutsch-Experte David Petley von der Universität im britischen Hull.

Provinz-Verwaltungschef Sandis Tsaka sagte der Nachrichtenagentur AFP, die tatsächliche Zahl der Todesopfer liege vermutlich eher bei einigen hundert als bei 2000. Die traumatisierten Überlebenden hätten bislang keine verlässlichen Angaben zu Vermissten gemacht, sagte Tsaka. Helfer seien derzeit dabei, vor Ort Informationen zu sammeln. Erste Daten sollten bis Ende der Woche vorliegen.

gt/cp