Unschuldig hinter Gittern: 25 Millionen Dollar für 16 Jahre Knast

Er war wegen Mordes verurteilt worden und saß 16 Jahre lang im Knast – bis Anwälte und Studenten den Fall untersuchten und die Unschuld von Thaddeus J. bewiesen. Er verklagte die Stadt Chicago und bekam nun eine Millionenentschädigung zugesprochen.

Im Teenageralter wurde Thaddeus J. wegen Mordes zu insgesamt 45 Jahren Haft verurteilt. Der heute 32-Jährige hat nach 16 Jahren Gefängnisaufenthalt fast sein halbes Leben hinter Gittern verbracht. Nach der überraschenden Entlastung konnte J. im Mai 2009 das Gefängnis verlassen. Die Polizei der Stadt Chicago habe entlastendes Material in seinem Fall einfach ignoriert – inklusive des Geständnisses eines anderen Tatverdächtigen, so der fälschlich Inhaftierte. J. bekam Recht – und 25 Millionen US-Dollar als Entschädigung zugesprochen.

Wie die „Chicago Tribune“ berichtet, untersuchten unter anderem Juristen und Studenten des Bluhm Centers für Fehlurteile an der „Northwestern University“ in Chicago irgendwann den Fall. Sie fanden zwei Zeugen, die J. als Täter beschuldigt hatten und die schließlich ihre ursprünglichen Aussagen widerriefen. Die zuständige Justizbehörde beschloss, den Fall erneut aufzurollen und stellte die Unschuld des Inhaftierterten fest.

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„Die Staatsanwaltschaft hat diese Ungerechtigkeit bemerkt und sie korrigiert“, sagte Anwalt Jon Loevy der „Chicago Tribune“. „Dafür verdient sie einen Heidenrespekt“, so Loevy weiter. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, ist es die höchste Geldstrafe die jemals gegen Chicago verhängt wurde.

Thaddeus J. versucht derzeit - zumindest teilweise - wieder Normalität in seinen Alltag in Freiheit zu bringen. Und so arbeitet der Ex-Häftling in einem Restaurant. „Er versucht jetzt herauszufinden, was er mit dem Rest seines Lebens anfangen will“, sagt sein Anwalt. Ganz ohne Justiz scheint es aber nicht zu gehen: Im vergangenen Dezember wurde J. wegen Drogenbesitzes verurteilt. Das könnte ihn für bis zu drei Jahre ins Gefängnis zurückbringen. Das Strafmaß wird am 1. Februar verkündet.

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