Unterschätzte Gefahr Ibuprofen

Viele Menschen greifen bei Schmerzmitteln bedenkenlos zu (Bild: thinkstock)


Rezeptfreie Schmerzmittel gehören in deutschen Apotheken zu den Verkaufsrennern. Sie wirken zuverlässig und scheinbar ohne Nebenwirkungen. Besonders beliebt ist mittlerweile Ibuprofen. Doch der Wirkstoff kann gravierende Gesundheitsschäden verursachen.

Der Handel mit rezeptfreien Schmerzmitteln ist in Deutschland ein riesiges Geschäft. Im vergangenen Jahr wurden rund 109 Millionen Packungen im Wert von 548 Millionen Euro verkauft. Das ist in einer Studie des Marktforschungsunternehmens IMS Health zu lesen. Damit waren die Schmerzpräparate die am meisten nachgefragten Medikamenten in deutschen Apotheken. Galt früher Aspirin als das Maß der Dinge, greifen die Deutschen mittlerweile vor allem zu Ibuprofen. Medikamente mit diesem Wirkstoff machten der Untersuchung zufolge 41 Prozent der Menge und 46 Prozent des Umsatzes beim Handel mit frei in Apotheken erhältlichen Schmerzmitteln aus.

Rezeptfrei ist für viele Menschen gleichbedeutend mit harmlos. Ein gefährlicher Trugschluss: Nach Schätzung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte müssen jährlich mehrere tausend Deutsche wegen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln im Krankenhaus behandelt werden. Die Gefahren für die Leber durch Paracetamol sind mittlerweile zwar weithin bekannt. Doch auch die scheinbar ungefährlichere Alternative Ibuprofen hat es in sich. Der Wirkstoff kann wie Aspirin Magenblutungen auslösen und Ödeme verursachen. Eine Studie hat zudem ergeben, dass die regelmäßige Einnahme von Ibuprofen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht.

Die Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss, dass bei bewährten Schmerzmitteln der Nutzen nach jetzigem Forschungsstand das Risiko überwiegt. Vorausgesetzt, Patienten setzen sie mit Bedacht und streng nach den Anweisungen im Beipackzettel ein.