Unterstützung von Flüchtlingen an Hochschulen unterschiedlich

Flüchtlinge werden bei der möglichen Aufnahme eines Studiums in Deutschland in den Bundesländern unterschiedlich unterstützt. In vielen Ländern würden Sprachkurse, Orientierungs- und Beratungsprogramme angeboten, in einzelnen Ländern gebe es dagegen außer den allgemeinen Angeboten für ausländische Studenten keine speziellen Unterstützungsangebote, erklärte die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) am Dienstag in Berlin auf Grundlage einer Umfrage unter den zuständigen Landesministerien. Über eine gezielte finanzielle Förderung wird demnach nur aus wenigen Ländern berichtet.

Der Hochschulzugang steht Flüchtlingen grundsätzlich offen. Bei der Aufnahme eines Studiums würden sie wie andere ausländische Studenten behandelt, erklärte die FES. Genaue Zahlen über Flüchtlinge an den Hochschulen liegen noch nicht vor. Es wird der Studie zufolge aber davon ausgegangen, dass die Anfragen und Bewerbungen steigen werden.

Eine bundesweite Abstimmung zentraler offener Fragen sei "wünschenswert", erklärte die Stiftung. So werde derzeit unter anderem darüber diskutiert, die Immatrikulationskosten zu reduzieren oder zu übernehmen. Es gebe auch eine Initiative, eine Eingangsprüfung als alternativen Zugang zum Studium auszubauen. Die Stiftung hob auch hervor, dass generell mehrsprachige Online-Angebote für Interessierte erforderlich seien.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung verwies zudem grundsätzlich darauf, dass bei Flüchtlingen Probleme mit fehlenden Unterlagen auftauchen können. Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) von 1985 sei ein indirekter Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung möglich, wenn die Bewerber die notwendigen Unterlagen aus "politischen Gründen" nicht hätten. In Einzelfällen könnten einfache Kopien oder eidesstattliche Versicherungen akzeptiert werden.

Mehrere Ministerien empfehlen den Hochschulen laut FES, "bei der Einzelfallprüfung nicht zu strenge Maßstäbe anzulegen". Bei vollständig fehlenden Unterlagen bestehe nach Ansicht mehrerer Länder aber weiterer Regelungsbedarf. Eine KMK-Arbeitsgruppe erörtere derzeit, wie der bisher bestehende Beschluss an die aktuelle Situation angepasst werden könne.