Untersuchung: Behörden für Angriff in London mit zwei Toten mitverantwortlich

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Polizisten in der Nähe des Tatorts

Knapp zwei Jahre nach einem tödlichen Messerangriff in London hat ein Untersuchungsbericht Versagen der britischen Behörden für den Anschlag mitverantwortlich gemacht. Die Untersuchungsbeamten warfen den Behörden und der Polizei in dem am Freitag veröffentlichten Bericht "Mängel bei der Verantwortung" und bei Vorkehrungen zum Schutz der Öffentlichkeit vor. Der Angreifer war bereits 2012 wegen einer terroristischen Straftat verurteilt worden, jedoch Ende 2018 unter Auflagen vorzeitig freigekommen.

Der 28-jährige Brite Usman Khan hatte vor dem Angriff im November 2019 in der Fishmonger's Hall an einer Veranstaltung zur Rehabilitierung von Straftätern teilgenommen. Er tötete dort zwei Menschen mit einem Messer, bevor er auf der London Bridge von Polizisten erschossen wurde.

Die Organisatoren des Rehabilitierungsprogramms hätten sich durch das "Musterknaben"-Image des Angreifers täuschen lassen, befanden die Ermittler. Vor dem tödlichen Angriff hätten mehrere Parteien es versäumt, eine Risikobewertung zu vervollständigen.

Auch nach Ansicht von David Merritt, dem Vater eines der Opfer, hätte Khan strenger überwacht werden müssen. Merritt verwies auf die Vorstrafen des Täters und die Einschätzung eines Psychologen, wonach von ihm immer noch eine Gefahr ausgehe. "Mit all diesen Informationen hätte man denken können, dass die Behörden ein System eingerichtet hätten, um ihn effektiv zu überwachen", sagte Merritt dem Sender BBC.

Der Chef der Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, hatte nach dem Angriff "Versäumnisse und Fehler" eingeräumt, die er "zutiefst bedauere". Seit dem Angriff sei das System zum Umgang mit Gewalttätern "deutlich verschärft" worden.

Khan hatte bei dem Angriff eine Sprengstoffattrappe getragen. Die Polizei stufte den Vorfall als islamistischen Terrorakt ein.

gap/lan

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