Unwillkommene Spende: Das macht Trump mit seinem Präsidentengehalt

Sean Spicer überreicht Innenminister Ryan Zinke (l.) und dem Leiter des Harpers Ferry National Historic Park, Tyrone Brandyburg (m.), den Scheck mit Trumps Spende (Bild: AP Photo/Susan Walsh)

“Tue Gutes und schweige darüber” – dass dieses Motto nicht mit Donald Trumps Lebenseinstellung zusammenpasst, dürfte niemanden überraschen. Und so ließ er seinen Pressesprecher Sean Spicer verkünden, wem das Präsidentengehalt der ersten Monate zugutekommen sollte: Wie im Wahlkampf angekündigt, steckt Trump sich die 78.333,32 Dollar nicht in die eigene Tasche, sondern spendet sie der Nationalparkverwaltung. Dort ist die Freude jedoch alles andere als ungetrübt.

Innenminister Ryan Zinke, dessen Ressort die Behörde untersteht, nahm den Scheck zwar entgegen und bedankte sich artig. Bei Zinkes Untergebenen wird Trumps Geste dagegen mit gemischten Gefühlen aufgenommen – schließlich sind 78.333,32 Dollar Peanuts im Vergleich zu den massiven Budgetkürzungen, die der Nationalparkverwaltung nach dem Willen des Präsidenten drohen.

Auf der Facebookseite “Alt National Park Service”, einer Protest-Plattform unzufriedener Mitarbeiter des NPS, machen diese ihrem Ärger Luft:

Donald J. Trump hat heute seinen ersten Gehaltsscheck über 78.000 Dollar an unseren Nationalparkdienst gespendent und versuchte so, unsere Koalition zum Schweigen zu bringen. Dies ist ein schlichter Versuch der neuen Regierung, sich in den Augen der amerikanischen Öffentlichkeit einen grünen Anstrich zu verpassen. Bitte erinnert euch darin, wieviel Trump bei der Umweltbehörde, dem Nationalparkdienst, dem Wetterdienst, der NASA, dem Landwirtschaftsministerium, dem Gesundheitsministerium und der Behörde zum Schutz vor Chemieunfällen einspart. Trump plant, das Budget der Umweltbehörde um 31 Prozent zu kürzen, was etwa 2,5 Milliarden Dollar entspricht, das Budget der Nationalparks um zwölf Prozent, was etwa 360 Millionen Dollar sind, und so weiter. Leistet Widerstand!

Trump scheint mit seiner Geste ein Zeichen im Sinne der von US-Konservativen gern bemühten Logik der “Trickle-down economics” setzen zu wollen: Wo der Staat sich finanziell zurückzieht, würden demnach schon wohlhabende Spender einspringen. Dass sich genügend Wohltäter finden, um die milliardenschweren Einschnitte bei den verschiedenen Einrichtungen auszugleichen, erscheint allerdings wenig realistisch.

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