Unzerstörbarer Käfer: Was wir von diesem Panzer lernen können

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Dieser Käfer ist einfach nicht totzukriegen. Der Panzer des “Phloeodes diabolicus” hält es sogar aus, wenn er von einem Auto überfahren wird.

Mit seiner Panzerung ist der Käfer gegen nahezu jeden Angreifer gewappnet. (Bild: Getty)
Mit seiner Panzerung ist der Käfer gegen nahezu jeden Angreifer gewappnet. (Bild: Getty)

In den unwirtlichen Wüstengegenden im Südwesten der USA lebt ein ganz besonderes Krabbeltier. Der “Phloeodes diabolicus” ist ein dunkelgrauer Käfer, dessen Schutzpanzer auch den größten Kräften widerstehen kann. Kein Wunder, dass er auf Englisch “diabolical ironclad beetle” genannt wird. Übersetzt bedeutet der Name: “teuflischer eiserner Käfer”.

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Diese besondere Art gehört zu den extrem widerstandsfähigen Zopherinae. Das Geheimnis seines stabilen Panzers beschäftigt nun auch die Forschung. Denn in Versuchen an der University of California stellten Wissenschaftler fest, dass der nur zwei Zentimeter große Käfer es sogar überlebt, wenn ihn ein Auto überrollt. Im Fachmagazin “Nature” präsentierten die Forscher um David Kisailus und Jesus Rivera nun ihre Ergebnisse. Rivera hatte erstmals vor fünf Jahren den Auto-Versuch durchgeführt. Er fand heraus, dass der “teuflische Käfer” das 39.000-fache seines Gewichts aushalten kann. Das wäre im Vergleich so, als würde ein Mensch unter einem herabfallenden Blauwal begraben werden - und unbeschadet daraus hervor gehen.

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Der “teuflische” Käfer war ursprünglich wohl wie viele seiner Artgenossen in der Luft unterwegs. Nachdem sich die Spezies aber im Laufe ihrer Evolution für eine Leben am Boden entschied und keine Flügel mehr benötigte, verfestigte sich der Panzer. Dabei entstanden verschiedene Schichten, die an einer Art Naht wie ein Puzzle miteinander verzahnt sind, beschreibt Kisailus gegenüber der New York Times . Diese Bauweise erlaubt eine hohe Flexibilität, selbst wenn großer Druck auf den Panzer ausgeübt wird. Das Exoskelett des Käfers ist zudem sehr proteinreich, wodurch die Stabilität erhöht wird. Zum Schutz des Körpers befindet sich außerdem eine Luftschicht zwischen Panzer und Bauch.

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Noch haben die Forscher kein Material entwickelt, dass der Widerstandsfähigkeit des Käferpanzers entspricht. Doch aus dem Aufbau und der Struktur des Skeletts lässt sich für die Zukunft von beispielsweise erdbebensicheren Häusern viel lernen. Im 3D-Druck Verfahren haben Rivera und seine Kollegen an der Purdue University schon ähnliche Strukturen erstellt, die unter Druck das gleiche Verhalten an den Tag legten. Auch im Flugzeugbau könnten diese Erkenntnisse zukünftig Anwendung finden, hoffen die Forscher.

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