Urlaub zu Hause: Vom Gefühl, mit dem Paddel ins Wasser zu treffen

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Berlin. Die Spitze des Surfbretts durchbricht die kleinen Wellen. Ich starre angestrengt auf diese Stelle meines Bretts, das soll gut sein, um das Gleichgewicht zu halten. Ich wackele. Um nicht vom Brett zu fallen, stochere ich mit dem Paddel im Wasser der Havel. Mein Körper fühlt sich an, als sei er zwischen Hinsetzen und Aufstehen eingefroren. Der Wind peitscht mir ins Gesicht und ich klammere mich fester an den Aluminiumgriff.

Mein Trainer Thomas Richter sagte noch, bei Gegenwind solle ich kurze und schnelle Bewegungen machen, um voranzukommen. Den Rat habe ich schon längst über Bord geworfen. Ich ziehe das Paddel langsam und mit großen Zügen durch den Fluss. Schweiß rinnt von meiner Stirn in Richtung Nasenspitze. Doch ich stehe, also zumindest sitze ich nicht oder bin ins Wasser gefallen. Es ist mein erster Versuch im Stand-Up-Paddling, kurz SUP, es läuft also besser als gedacht.

Einen Moment fühle ich mich wie Poseidon, der Bändiger der Meere. Am Ufer der Insel Eiswerder zeigen Kinder mit dem Finger auf mich. Für sie ist mein Dreizack in den Händen dann doch eben nur ein gewöhnliches Paddel, das ich mittlerweile auch noch falsch herum halte. Während mein Trainer mit einigen Metern Abstand durch den Wind gleitet, drifte ich in Zeitlupe ab.

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Am Tag zuvor habe ich Thomas Richter sicherheitshalber nochmals angerufen. Er ist seit Jahrzehnten Surfer, hatte gar den Traum, nach Hawaii auszuwandern. Doch vor wenigen Wochen eröffnete er sei...

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