Urteil gegen türkische Staatsbeamte im Mordfall des Journalisten Hrant Dink

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Eine Lichtprojektion des Ermordeten im Januar 2021

Ein Istanbuler Gericht fällt am Freitag das Urteil gegen mehrere beschuldigte Staatsbeamte im Fall des 2007 ermordeten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink. Ihnen wird vorgeworfen, nichts getan zu haben, um die Tat zu verhindern. Der Chefredakteur der Zeitung "Agos" war im Januar 2007 auf der Straße vor der Redaktion in Istanbul mit zwei Schüssen in den Kopf getötet worden.

Der Journalist galt unter Nationalisten als verhasst, weil er dafür eintrat, die türkischen Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg als Völkermord anzuerkennen. Der Täter, der damals 17-jährige Nationalist Ogün Samast, wurde 2011 zu fast 23 Jahren Haft verurteilt. Für einen Skandal sorgte die Enthüllung, dass die Sicherheitskräfte über die Mordpläne informiert gewesen sein sollen, aber nicht einschritten.

noe/ju