Urteil im Prozess um grausamen Tod eines Fischverkäufers in Marokko

Im Verfahren um den grausamen Tod eines Fischverkäufers in einem Müllwagen in Marokko ist jetzt das Urteil gesprochen worden. Das Gericht in Al-Hoceima in der nördlichen Berber-Region verurteilte sieben Angeklagte zu fünf bis acht Monaten Haft und einer Geldbuße von 500 Dirham (50 Euro), wie am Donnerstag bekannt wurde. Vier Angeklagte wurden freigesprochen. Die Eltern erhielten eine Entschädigungssumme zugesprochen, deren Höhe nicht mitgeteilt wurde.

Die Staatsanwaltschaft kündigte Berufung gegen das Urteil an, das am Mittwoch nach einem zweitägigen Prozess gefällt wurde.

Der 31-jährige Fischverkäufer Mouhcine Fikri war am Ende Oktober in Al-Hoceima zu Tode gekommen, als er versuchte, Behördenmitarbeiter daran zu hindern, seine Ware zu beschlagnahmen und zu zerstören. Dabei geriet er in die Presse eines Müllwagens. Fikris auf Handy-Videos dokumentierter Tod löste in ganz Marokko Proteste aus. In Al-Hoceima gingen bis zuletzt empörte Menschen auf die Straße.

Die Polizei nahm elf Verdächtige fest, darunter mehrere Behörden- und Ministeriumsmitarbeiter. Acht von ihnen saßen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in Untersuchungshaft. Es ist aber immer noch unklar, wer die Müllpresse in Gang setzte.

Al-Hoceima war eine der Hochburgen der Massenproteste, die es im Zuge des sogenannten Arabischen Frühlings auch in Marokko gegeben hatte. Bei den durch den Tod des Fischverkäufers weiter angeheizten Protesten geht es unter anderem auch um den Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Korruption sowie um die Verteidigung der Rif-Region und der Identität als Berber.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen