US-Abgeordnete fordern mehr Unterstützung für afghanische Helfer vor Abzug

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Zalmay Khalilzad (r.) und Republikaner Michael McCaul

In den USA werden angesichts des Rückzugs der Truppen aus Afghanistan die Forderungen nach Unterstützung für tausende afghanische Verbündete und Helfer der US-Armee lauter. Mehrere US-Abgeordnete riefen die Regierung in Washington am Dienstag auf, die Betroffenen aus dem Land am Hindukusch herauszuholen, weil sie Racheakte der radikalislamischen Taliban befürchten.

"Wir können nicht zulassen, dass Kabul ein weiteres Saigon wird", sagte der republikanische Vorsitzende im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses, Michael McCaul. Er bezog sich dabei auf die chaotischen Hubschrauber-Evakuierungen, als das mit den USA verbündete Südvietnam 1975 fiel.

McCaul regte an, Afghanen mit ausstehenden Visa-Anträgen zunächst in ein Drittland wie Bahrain, Kuwait oder die Vereinigten Arabischen Emirate zu fliegen. Er und der Abgeordnete Gregory Meeks, der demokratische Vorsitzende des Komitees, hatten zuvor US-Außenminister Antony Blinken in einem Schreiben auf die "moralische Verpflichtung" der USA hingewiesen, die Bearbeitung der Anträge zu beschleunigen.

Im Rahmen eines Programms, das vor mehr als einem Jahrzehnt ins Leben gerufen wurde, haben die USA 26.500 Einwanderungsvisa unter anderem für afghanische Dolmetscher und Spezialkräfte genehmigt. Doch nur 16.000 Visa wurden bislang ausgestellt, 18.000 Anträge sind noch nicht bearbeitet.

Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, versprach eine beschleunigte Bearbeitung, warnte aber auch vor der Verbreitung von Panik. "Wir wollen keine Panik verbreiten, indem wir den schlimmsten Fall annehmen und die Moral der afghanischen Sicherheitskräfte untergraben", sagte Khalilzad.

US-Präsident Joe Biden hat einen vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan bis spätestens 11. September angekündigt. Seit Ende April läuft der Rückzug der Nato-Truppen. Die Taliban verstärkten zuletzt ihre Angriffe auf die afghanischen Sicherheitskräfte.

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