US-Finanzministerium fordert deutsches Vorgehen gegen hohen Handelsüberschuss

Finanzministerium in Washington

Das US-Finanzministerium hat Deutschland zu Maßnahmen gegen den hohen Überschuss im Handel mit den USA aufgefordert. Deutschland müsse nun vor allem die Binnennachfrage fördern, um dem Ungleichgewicht im Handel mit den USA zu begegnen, hieß es am Freitag im ersten Bericht der neuen US-Regierung über die Währungspolitik von US-Handelspartnern.

Das Ministerium drückte darin seine "Besorgnis" über das anhaltend hohe Defizit im Handel mit Deutschland aus, das sich auf rund 65 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro) beläuft. "Als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt muss Deutschland zum Wachstum einer ausgeglicheneren Nachfrage beitragen", heißt es in dem Bericht. Die Exportnation Deutschland habe durchaus Budgetspielräume für die Förderung der Binnennachfrage.

Der halbjährlich erscheinende Bericht des US-Finanzministeriums wurde am Freitag dem Kongress in Washington vorgelegt. Darin beklagt das Ministeriums auch das hohe Defizit der USA im Handel mit China. Allerdings stellt der Bericht auch fest, dass sich beide Länder nicht durch die Manipulation ihrer Währungen Vorteile im Warenaustausch verschafften.

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt China bezichtigt, den Yuan künstlich niedrig zu halten, um seine Waren zu verbilligen und der US-Industrie zu schaden. Auch hatte er beklagt, Deutschland nutze den schwachen Euro aus, um sich Handelsvorteile zum Nachteil der USA zu verschaffen. Mit Blick auf Chinas Währung änderte Trump inzwischen seine Meinung: In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal" sagte er, die Chinesen seien "keine Währungsmanipulatoren".

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