US-Firmenchef tritt wegen Beziehung zu verurteilter russischer Agentin zurück

Maria Butina

Wegen einer früheren Beziehung zu der wegen Agententätigkeit verurteilten Russin Maria Butina ist ein US-Unternehmenschef zurückgetreten. Der Chef des Online-Möbelhändlers Overstock, Patrick Byrne, erklärte am Donnerstag, er wolle damit möglichen Schaden von dem Unternehmen abwenden. Er sei inzwischen "viel zu umstritten", um Overstock weiter zu führen. Sein Verbleib an der Firmenspitze hätte die Geschäfte des Unternehmens behindern können.

Byrne hatte vergangene Woche erklärt, drei Jahre lang mit Butina liiert gewesen zu sein. Die Russin war im April wegen Agententätigkeit zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie hatte sich schuldig bekannt, konservative politische Zirkel der Vereinigten Staaten unterwandert zu haben.

Sie hatte enge Kontakte zur US-Waffenlobby NRA geknüpft und auch in hochrangigen Kreisen der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump verkehrt. Allerdings hatte sie keine direkten Verbindungen zu einem der großen russischen Geheimdienste.

Butina ist die bislang einzige russische Staatsbürgerin, die aufgrund der weitverzweigten Ermittlungen zu verdeckter russischer Einflussnahme auf die US-Politik der vergangenen Jahre verurteilt wurde. Nach Angaben ihres Anwalt hatte sie eine "romantische" Beziehung zu Overstock-Chef Byrne. Gleichzeitig lebte sie mit dem Politikberater Paul Erickson zusammen, einem Republikaner und NRA-Mitglied.