US-Grenzmauer: Anwohner könnten enteignet werden – oder bald in Mexiko wohnen

Zwischen Mexicali und Calexico: An einigen Stellen existiert bereits eine Mauer. (Bild: AP Images)


Während der Vorwahlen in den USA schieden sich die Geister an der von Donald Trump vorgeschlagenen Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko. Viele Bewohner des „River Bend“-Areals in Texas stimmten größtenteils für Donald Trump. Ihnen könnte nun eine Enteignung drohen – oder ein unfreiwilliges Wohnen in Mexiko.

Eine Grenzmauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko existiert bereits an einigen Stellen. Noch beschränkt sie sich aber auf mehrere kurze Mauerabschnitte, die durch eine virtuelle Grenze miteinander verbunden sind. Sie werden durch Sensoren und die US Border Patrol überwacht. 1994 begann die Regierung, Mauern zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten zu bauen – zum Unmut vieler Anwohner.

Denn schon damals kämpften viele US-Amerikaner um ihr Land und wollten ihre Grundstücke retten. Die Anwohner der Grenzgebiete wurden meist gegen Entschädigungen umgesiedelt, damit die US-Regierung mit der Errichtung der Mauer fortfahren kann. Gerichtsverfahren gingen meist zugunsten der Regierung aus – und einige Bewohner fanden sich und ihr Land schon damals auf der Südseite der Mauer, sprich in Mexiko, wieder.

Die Mauer zwischen den USA und Mexiko soll vervollständigt und ausgebaut werden. (Bild: AP Images)

Wenn nun die Grenzmauer vervollständigt und erweitert wird – so, wie es US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf angekündigt und bereits im Januar dieses Jahres veranlasst hat – werden sich einige US-Amerikaner in ähnlich ungünstigen Situationen wiederfinden. Auch das „River Bend“-Areal in Texas ist hiervon betroffen. Dabei haben hier die meisten Menschen für Trump gestimmt. Vielleicht aus einem Mangel an Information? Pat Bell beispielsweise hat hier ein Haus auf der virtuellen Grenze, das bald abgerissen werden könnte. Trotzdem stimmte sie bei der Wahl im letzten Jahr für Donald Trump. Der US-Sender CNN besuchte die US-Amerikanerin – die sich anscheinend noch nicht klar darüber ist, was ihr droht.

„Wenn es dazu kommen würde, dann würde ich schon zu den dafür Verantwortlichen gehen. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber wenn es wirklich so weit käme, würde ich auch einen Anwalt engagieren“, sagte sie dem Fernsehsender. Leider ist es unwahrscheinlich, dass Bell – und andere Texaner – einen solchen Prozess gewinnen würden.

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