US-Immobilienerbe Durst will Wiederaufnahme von Mordprozess verhindern

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Robert Durst vor Gericht

Der New Yorker Immobilienerbe Robert Durst, Gegenstand einer aufsehenerregenden HBO-Serie, versucht eine Wiederaufnahme seines Mordprozesses zu verhindern. Die Anwälte des 78-Jährigen beantragten nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN, die für Montag nach mehr als einjähriger Corona-Unterbrechung geplante Fortsetzung des Prozesses für unbestimmte Zeit auszusetzen. Durst leide unter zahlreichen "lebensgefährlichen" Erkrankungen, unter anderem Blasenkrebs.

Laut CNN beantragen Dursts Anwälte auch eine Haftentlassung des Angeklagten gegen Kaution. Der Prozess gegen Durst hatte im März vergangenen Jahres begonnen, wurde dann aber wegen der Corona-Pandemie unterbrochen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Durst vor, im Dezember 2000 seine enge Freundin Susan Berman in ihrem Haus in Los Angeles mit einem Schuss in den Hinterkopf getötet zu haben. Er wollte demnach verhindern, dass die Krimiautorin und Tochter eines Gangsters aus Las Vegas von der Polizei zum Verschwinden seiner Ehefrau Kathleen im Jahr 1982 befragt wird.

Auch bei dem Verschwinden seiner Frau steht Durst unter Verdacht. Der Immobilienerbe weist die Vorwürfe zurück.

Durst war im März 2015 in einem Hotelzimmer in New Orleans festgenommen worden - nur wenige Stunden vor Ausstrahlung des Finales der HBO-Fernsehdokumentation "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" ("Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst").

Darin hatte Durst offenbar unbeabsichtigt eine Art Mordgeständnis abgelegt. Der Multimillionär war sich offenbar nicht bewusst, dass das Mikrofon angeschaltet war, als er die Toilette aufsuchte. Dabei murmelte er vor sich hin: "Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich." Dursts Anwälte argumentieren, die Aufnahme sei stark bearbeitet und verändert worden.

Durst hatte 2001 in Texas seinen Nachbarn in einer Auseinandersetzung erschossen und dessen Leiche zerstückelt. Zwei Jahre später wurde er aber überraschend wegen Notwehr freigesprochen. Durst hatte ausgesagt, seinen Nachbarn versehentlich beim Gerangel um die Waffe erschossen zu haben. Damals lebte der Multimillionär unter falschem Namen in Texas und gab sich als stumme Frau aus.

fs/dja