US-Heimatschutzministerin von Demonstranten aus mexikanischem Restaurant gejagt

Kirstjen Nielsen ist seit Dezember Mitglied der Regierung Trumps. Als Heimatschutzministerin muss sie die kontroversen Familientrennungen verantworten, die illegale Einwanderer abschrecken sollen. (Bild: AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Trumps Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen isst ausgerechnet in einem mexikanischen Restaurant zu Abend, während in Amerika über die Praxis der Familientrennungen heiß diskutiert wird. Demonstranten belagern sie dort so lange, bis sie „MXDC Cocina Mexicana“ verlässt.

Auf Facebook kursiert seit heute Morgen ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Demonstranten ein mexikanisches Restaurant in Washington aufsuchen und ihren Protest über die Praxis der Familientrennungen an die dort zu Abend essende Ministerin tragen. „Wir sind im Stadtzentrum von DC und stören Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen beim Abendessen im MXDC. Die Ironie, dass das ein mexikanisches Restaurant ist, entgeht uns dabei nicht. Nielsen leitet die Politik, die Familien auseinanderreißt“, heißt es im Kommentar zum Video.

„Wie können Sie es wagen, hier zu essen?“, schreien die Demonstranten im Clip. „Sie sind mitschuldig an der Trennung und Abschiebung von über 10.000 Kindern von ihren Eltern!“ Derzeit werden an der mexikanisch-amerikanischen Grenze Kinder illegaler Einwanderer von ihren Eltern getrennt.

Nielsen ist mit einem nicht näher genannten Mann beim Abendessen und starrt während der etwa zehn Minuten dauernden Aktion auf die Speisekarte. „Wir rufen Sie dazu auf, die Trennung von Familien zu beenden!“, rufen die Demonstranten, bevor sie in Wiederholungen von „Wenn die Kinder nicht in Frieden essen, essen Sie nicht in Frieden! Nicht in Washington, nicht in Amerika!“, „Kein Kind ist illegal“ und „Schande“ einstimmen.

Vor Nielsens Tisch positionieren sich zwar zwei Männer im Anzug, schreiten jedoch nicht ein. Die Gruppe, die das Video der Aktion auf Facebook stellte, nennt sich „Demokratische Sozialisten Amerikas“. In einer Stellungnahme zu der Protestaktion schreiben sie danach: „Heimatschutzministerin Nielsen und alle anderen, die an diesen brutalen und kaltblütigen Anordnungen beteiligt waren, sollten nie wieder in der Öffentlichkeit essen oder trinken dürfen. Diese barbarischen Vorgänge müssen aufhören und jene zur Verantwortung gezogen werden, die sie steuern. Das Abendessen der Ministerin mag ruiniert sein, aber es ist nichts im Vergleich zu den Schrecken, die sie über unschuldige Familien gebracht hat.“


„Heimatschutzministerin Nielsen wurde soeben aus einem mexikanischen Restaurant hier auf der 14. Straße vertrieben. Von den DSA, glaube ich.“

Den Aktivitäten der Gruppe folgen auf Facebook knappe 4.500 Personen. In ihrem Statement zu dem Video fordern sie nicht weniger als die Abschaffung der Polizei- und Zollbehörde ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) und der Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP (Customs and Border Protection).

Seit Anfang Dezember letzten Jahres ist Kirstjen Nielsen die Ministerin für Innere Sicherheit in Trumps Regierungsteam. Gestern hatte sie über die derzeitige Praxis, Kinder illegaler Einwanderer von ihren Eltern zu trennen, noch gesagt: „Wir entschuldigen uns nicht für unsere Arbeit.“ Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums postete nach dem Vorfall auf Twitter, dass Nielsen bei ihrem Abendessen auf besorgte Bürger getroffen sei.


„Während eines Arbeitsabendessens heute Abend hörten die Heimatschutzministerin und ihre Belegschaft von einer kleinen Gruppe Protestierender, die ihre Sorgen über unsere derzeitigen Einwanderungsgesetze teilen, die eine Krise an unserer südlichen Grenze erzeugt haben.“

Die Praxis der Familientrennungen wird in ganz Amerika hochemotional diskutiert. Vor Kurzem hat selbst die First Lady, Melania Trump, über ihren Kommunikationschef zum Ausdruck gebracht, dass sie „es hasse, zu sehen, dass Kinder von ihren Familien getrennt werden.“ Sie wünsche sich ein Amerika, das alle Gesetze befolge, aber das gleichzeitig mit Herz regiere.