US-Justiz beschuldigt Proud-Boys-Anführer der "Staatsgefährdung"

Wegen der Erstürmung des US-Kapitols im Januar 2021 ist der frühere Chef der rechtsradikalen Gruppierung Proud Boys, Henry "Enrique" Tarrio, der "Staatsgefährdung" angeklagt worden. In einer am Montag veröffentlichten Zusatzanklage wurden die Vorwürfe gegen Tarrio sowie vier weitere Beschuldigte um den schwerwiegenderen Punkt der aufrührerischen Verschwörung ergänzt. Dafür drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Die Justiz wirft dem im März festgenommenen Tarrio zwar nicht vor, persönlich an der Kapitol-Erstürmung teilgenommen zu haben. Er habe aber die Planungen für den Angriff geleitet und während der Attacke in Kontakt zu anderen Mitgliedern der Proud Boys gestanden, die in das Kapitol eingedrungen seien.

Tarrio war zwei Tage vor der Kapitol-Erstürmung festgenommen worden, weil er eine Fahne der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter verbrannt hatte. Der Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump kam dann zunächst unter der Auflage frei, sich aus Washington fernzuhalten.

Tarrio ist der zweite bekannte Rechtsextremen-Anführer, der wegen der Kapitol-Erstürmung festgenommen und angeklagt wurde. Im Januar wurde der Gründer der rechtsextremen Gruppierung Oath Keepers, Stewart Rhodes, inhaftiert. Auch er wurde zusammen mit zehn anderen Mitgliedern der Gruppe wegen aufrührerischer Verschwörung angeklagt. Drei von ihnen haben sich bereits schuldig bekannt.

Hunderte radikale Trump-Anhänger hatten das Kapitol am 6. Januar 2021 erstürmt, als dort der Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zertifiziert werden sollte. Der Sturm auf den Sitz des Kongresses mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie. In der Folge wurden mehr als 800 Menschen festgenommen.

Im Zuge der juristischen Aufarbeitung der Kapitol-Erstürmung sind schon mehrere Angreifer zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

fml

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