US-Justizministerium spricht von Bestechungsgeldern bei Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022

Russland und Katar sollen sich die Veranstaltungsrechte an den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 durch Bestechungsgelder gesichert haben. Dies geht aus einer vom US-Justizministerium veröffentlichten Anklageschrift hervor.

In dem Dokument, das von der Bundesstaatsanwaltschaft in New York im Rahmen der seit langem laufenden Ermittlungen gegen die Korruption im Umfeld der FIFA vorgelegt wurde, wird behauptet, dass mehreren ehemaligen Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees im Zusammenhang mit ihren Stimmen Bestechungsgelder angeboten wurden, diese wurden zum Teil auch angenommen.

Unter anderem sollen Ricardo Teixeira, ehemaliger Präsident des brasilianischen Fußballverbands, der mittlerweile verstorbene COMNEBOL-Präsident Nicolas Leoz und ein weiterer, nicht namentlich genannter Funktionär Bestechungsgelder angenommen haben, um für Katar als Ausrichter der Weltmeisterschaft 2022 zu stimmen.

USA bewarben sich ebenfalls um WM 2022

Der ehemalige FIFA-Vize-Präsident Jack Warner steht im Verdacht, ein Bestechungsgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar für seine Stimme für Russland als WM-Veranstalter 2018 angenommen zu haben. Rafael Salguero, ehemaliges Mitglied des FIFA-Exekutivkommitees, gab bereits zu, ein Bestechungsgeld während der Vergabe der WM 2018 akzeptiert zu haben.

"Wucher und Bestechung im internationalen Fußball sind seit Jahrzehnten tief verwurzelte und allgemein bekannte Praktiken", so William F. Sweeney Jr., der stellvertretende Direktor der New Yorker Außenstelle des FBI, in einer Erklärung.

Die USA bewarben sich ebenfalls auf die Veranstaltung der FIFA-Weltmeisterschaft 2022, mussten sich bei der Vergabe aber in der letzten Abstimmungsrunde mit 8:14 gegen Katar geschlagen geben.