US-Kommandeur räumt Mitverantwortung für zivile Opfer in West-Mossul ein

Zerstörungen in West-Mossul Mitte März

Der Kommandeur der Anti-IS-Koalition im Irak hat eine Mitverantwortung für die zivilen Opfer im Westen der Stadt Mossul eingeräumt. "Wir haben wahrscheinlich eine Rolle bei diesen Opfern gespielt", sagte US-Generalleutnant Stephen Townsend am Dienstag von Bagdad aus in einer telefonischen Pressekonferenz. "Wenn diese Unschuldigen getötet wurden, war es ein unbeabsichtigter Kriegsunfall", sagte Townsend mit Blick auf die bei Luftangriffen auf West-Mossul getöteten Zivilisten.

Die Kämpfe in den engen Straßen der zweitgrößten irakischen Stadt seien die "bedeutendsten Straßenkämpfe" seit dem Zweiten Weltkrieg, und "wahrscheinlich die härtesten und brutalsten Nahkämpfe, die ich in meiner 35-jährigen Dienstzeit erlebt habe", sagte der General weiter.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bei der Offensive zur Rückeroberung von West-Mossul zwischen dem 17. Februar und dem 22. März mehr als 300 Zivilisten getötet worden. Bei einem Vorfall am 17. März wurden demnach zahlreiche Zivilisten vermutlich durch einen Luftangriff der US-geführten Koalition getötet. Einem UN-Sprecher zufolge hatten IS-Kämpfer zuvor mindestens 140 Menschen in einem Gebäude zusammengetrieben. Das irakische Verteidigungsministerium und die US-geführte Koalition leiteten Untersuchungen ein, um herauszufinden, wer für den Vorfall verantwortlich ist.

Die irakischen Streitkräfte und die von den USA angeführte Militärkoalition hatten Mitte Februar eine Offensive gestartet, um die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus ihrer letzten Hochburg im Irak zu vertreiben. Der IS hatte Mossul im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht.

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