US-Laptop-Bann in der Flugkabine erntet Unverständnis – und Spott

US-Laptop-Verbot in der Flugkabine – während Experten über die Logik rätseln, bei bestimmten Fluggesellschaften und -zielen tragbare Computer in den Frachtraum zu verbannen, versuchen Betroffene fieberhaft, von der Liste eliminiert zu werden. US-Behörden hatten in arabischen Fluglinien das Mitführen von Laptops im Handgepäck verboten.

Huseyin Muftuoglu, Sprecher des türkischen Außenministeriums:

“Wir bemühen uns weiter, den Istanbuler Flughafen Atatürk, auf den wir sehr stolz sind, aus dem Verbot rauszuholen. Wir sprechen nicht nur mit den Vereinigten Staaten, sondern auch mit Großbritannien.”

Aus “Furcht vor Anschlägen” war ab dem 25. März auf Flügen in die USA von zehn Flughäfen im Nahen Osten und Nordafrika aus die Mitnahme von größeren elektronischen Geräten wie Laptops im Handgepäck verboten worden.

Die betroffenen Flughäfen: Kairo in Ägypten, Istanbul (Türkei), Kuwait-Stadt, Doha (Katar), Casablanca (Marokko), Amman (Jordanien), Riad und Dschidda (Saudi-Arabien), dazu Dubai und Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). Die betroffenen Fluglinien: Royal Jordanian Airlines, Egypt Air, Turkish Airlines, Saudi Arabian Airlines (Saudia), Kuwait Airways , Royal Air Maroc, Qatar Airways, Emirates und Etihad Airways.

Sie haben bis Freitag Zeit, sich den neuen Regeln zu verpflichten. Nach Branchenkennern sind täglich etwa 50 Direktflüge mit dem Ziel USA betroffen. Amerikanische Fluglinien sind von der Regelung explizit ausgenommen. Sie fliegen die USA allerdings von den genannten Flughäfen aus nicht direkt an.

Großbritannien schloss sich der Regelung weitgehend an – bis auf Qatar Airways. Qatar Airways ist Großaktionär der International Airlines Group (IAG), der Mutterfirma von British Airways. Für Deutschland sei “nichts Vergleichbares” in Planung, so ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Tim Clarke, Präsident, Emirates Fluggesellschaft:

“Ich hoffe, dass wir da drüber wegkommen und dass die Regierung der Vereinigten Staaten das Verbot lockert. Ganz ehrlich: ein Verbot, nur für bestimmte Länder und Flughäfen – das werde ich bis zum Ende meines Lebens nicht verstehen. Warum gilt das nicht global?”

Einstweilen versucht es seine Firma mit Humor. “Wer braucht überhaupt Tablets und Laptops?” so ein Tweet.

Let us entertain you. pic.twitter.com/FKqayqUdQ7— Emirates airline (@emirates) 21. März 2017

Und mit einem Laptop-Packservice in letzter Minute.

Our new service lets customers use their laptops and tablet devices until they board their flights to the US. https://t.co/n0E7Iq1KKf pic.twitter.com/D51iiKE7Gk— Emirates airline (@emirates) 23. März 2017

Royal Jordanian kontert mit “12 Dingen, die man auf einem 12-Stunden-Flug machen kann – ohne Laptop oder Tablet, unter anderem: “Denken Sie über den Sinn des Lebens nach” und “über die Gründe, warum Sie keinen Laptop und kein Tablet bei sich haben.”

#electronicsban  pic.twitter.com/U3S7sdkipy— Royal Jordanian (@RoyalJordanian) 23. März 2017

US-Präsident Donald Trump hatte den Chefs der großen amerikanischen Fluggesellschaften bei einem Treffen im Februar versprochen, ihnen im Wettbewerb mit großen Fluggesellschaften vom Persischen Golf, die von hohen Subventionen ihrer Heimatregierungen profitieren, zu helfen.

su mit dpa

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