US-Marineinfanteristen kehren in afghanische Unruheprovinz Helmand zurück

US-Marineinfanteristen bei der Bergung eines Verletzten Soldaten in Helmand im Oktober 2011

Mehr als zwei Jahre nach ihrem Abzug aus Afghanistan haben die USA wieder Marineinfanteristen in der südlichen Unruheprovinz Helmand stationiert. Der Nato-Oberkommandierende in Afghanistan, US-General John Nicholson, nahm am Samstag an einer Übergabezeremonie zum Empfang der ersten Soldaten teil, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Marineinfanteristen sollen die Nato bei der Ausbildung von afghanischen Soldaten für den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban unterstützen.

Helmand war eine der ersten Provinzen, in denen nach der US-geführten Nato-Offensive gegen die Taliban Ende 2001 US-Soldaten stationiert wurden, darunter auch tausende Marineinfanteristen. Bis zum Abzug der Kampfeinheiten Ende 2014 lieferten sie sich in der auch für den Opiumanbau bekannten Provinz heftige Gefechte mit den Taliban. Helmand ist jedoch bis heute eine Hochburg der Islamisten: Die Taliban kontrollieren oder kämpfen um zehn der 14 Bezirke.

Die Nato-Staaten, die ihren Kampfeinsatz Ende 2014 offiziell beendet hatten, haben angesichts der wiedererstarkten Taliban derzeit noch mehr als 13.000 Soldaten in Afghanistan stationiert. Die USA stellen rund 8400 der Soldaten. Auch die Bundeswehr beteiligt sich an dem Einsatz "Resolute Support", bei dem es vor allem um Ausbildung und Beratung des afghanischen Militärs geht.

Nach den ursprünglichen Plänen der US-Regierung sollten nach dem Abzug der Kampfeinheiten eigentlich nur noch wenige Soldaten zur Ausbildung der einheimischen Kräfte in Afghanistan verbleiben. Im Januar hatten die USA dann die Entsendung von 300 Marineinfanteristen nach Helmand angekündigt.

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist weiterhin äußerst instabil. Mehr als ein Drittel des Landes steht nicht unter Regierungskontrolle. Am Freitag hatten die Taliban den Beginn ihrer jährlichen "Frühjahrsoffensive" verkündet. Hauptziel der "Operation Mansuri" seien die ausländischen Truppen im Land, deren militärische Infrastruktur sowie "die Vernichtung ihrer einheimischen Söldner", erklärten die Islamisten.

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