USA übernehmen Verantwortung für tödlichen Luftangriff in Nordsyrien

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Suche nach Opfern in Al-Dschineh

Die US-Streitkräfte haben die Verantwortung für einen Angriff in Nordsyrien übernommen, bei dem laut Aktivisten 46 Menschen in einer Moschee getötet wurden. Das zuständige US-Zentralkommando (Centcom) erklärte am Donnerstag, Ziel des Angriffs sei ein Treffen von Mitgliedern des Terrornetzwerks Al-Kaida gewesen. Ein AFP-Reporter in dem nordsyrischen Dorf Al-Dschineh sah, wie Rettungskräfte in den Trümmern einer Moschee nach Überlebenden suchten.

"Wir haben keine Moschee angegriffen, aber das Gebäude, auf das wir gezielt haben - wo das Treffen stattgefunden hat - ist etwa 15 Meter von einer Moschee entfernt, die noch steht", sagte der Centcom-Sprecher John Thomas zunächst. Vorwürfen, wonach es bei dem Angriff "zivile Opfer" gegeben habe, würden überprüft. Das Centcom ist das Zentralkommando der US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten.

In der Centcom-Erklärung hieß es, dass die "US-Streitkräfte einen Luftangriff auf eine Versammlung von Al-Kaida in der Provinz Idlib ausgeführt haben, bei dem mehrere Terroristen getötet wurden". Sprecher Thomas stellte später klar, dass der genaue Ort des Luftangriffs unklar sei. Es handele sich aber wohl um denselben Angriff, der die Moschee im Dorf Al-Dschineh in der Nachbarprovinz Aleppo getroffen habe.

Laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei Luftangriffen auf die Moschee in Al-Dschineh mindestens 46 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt. Die Moschee sei während des Abendgebets getroffen worden, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die meisten der Opfer seien Zivilisten. Zu den Verantwortlichen des Angriffs machte er keine Angaben.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Für Medien sind die Angaben der oppositionsnahen Organisation zumeist kaum zu überprüfen. Ein AFP-Reporter in Al-Dschineh sah Rettungskräfte, die sich durch die Trümmer eines Gebäudes gruben, das auf einem Schild als Moschee gekennzeichnet war. Demnach wurde das Gebäude weitgehend zerstört.

Die leere Gebetshalle war von Schutt übersät. Der Anwohner Abu Mohammed sagte AFP, er habe "heftige Explosionen" gehört, als die Moschee getroffen wurde. Demnach traf der Angriff die Moschee nach dem Abendgebet zu einer Zeit, da dort gewöhnlich Religionskurse für Männer stattfinden. Er sagte, er habe 15 Leichen sowie zahlreiche Körperteile gesehen. Viele der Toten seien nicht zu identifizieren gewesen.

Al-Dschineh liegt rund 30 Kilometer westlich der Stadt Aleppo. Nach Angaben der Beobachtungsstelle ist das Dorf unter der Kontrolle islamistischer Rebellen, doch seien Dschihadisten dort nicht präsent. Das Auswärtige Amt in Berlin drang auf eine rasche Aufklärung des Vorfalls, äußerte sich aber zuversichtlich, dass dies von Seiten der US-Streitkräfte auch geschehen werde.

Sowohl die syrischen Streitkräfte und ihre russischen Verbündeten als auch die US-geführte Anti-IS-Koalition fliegen Luftangriffe in Nordsyrien. Seit Ende Dezember gilt in Syrien eine landesweite Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierung, die jedoch von beiden Seiten nicht eingehalten wird. Der Kampf gegen Dschihadistengruppen wie Al-Kaida ist von der Waffenruhe ausgenommen.

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