US-Präsident Trump droht China im Streit um Nordkorea mit Alleingang

Chinas Staatschef Xi Jinping ist zu seiner ersten Begegnung mit US-Präsident Donald Trump in den USA eingetroffen. In Trumps Luxusdomizil Mar-a-Lago in Florida will er zwei Tage lang mit dem US-Präsidenten beraten

Wenige Tage vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm mit einem Alleingang der USA gedroht. Wenn China das Problem mit Nordkorea "nicht löst, werden wir es tun", sagte Trump am Sonntag der Zeitung "Financial Times". China habe "großen Einfluss auf Nordkorea". Es müsse sich daher entscheiden, ob es den USA "mit Nordkorea helfen will oder nicht".

Auch die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, forderte China in einem Interview auf, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. China sei "das einzige Land", das seinen traditionellen Verbündeten stoppen könne, sagte Haley im US-Fernsehsender ABC. Die US-Regierung werde daher weiter Druck auf Peking ausüben, "gegen Nordkorea vorzugehen".

Xi wird Trump am Donnerstag und Freitag April in dessen Privatclub Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida besuchen. Trump hatte am Donnerstag gesagt, er rechne mit "sehr schwierigen" Gesprächen.

US-Experten hatte vergangene Woche gewarnt, dass Nordkorea offenbar einen neuen Atomwaffentest vorbereite. Seit dem ersten Atomwaffentest 2006 hat das Land bereits vier weitere Tests vorgenommen, zwei davon im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die kommunistische Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Mit seinen Atomwaffen- und Raketentests verstößt Nordkorea gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

US-Außenminister Rex Tillerson hatte kürzlich bei einer Asien-Reise deutlich gemacht, dass die Geduld der USA am Ende sei. Bei einem Treffen mit Xi in Peking vereinbarten beide Seiten, beim Umgang mit der wachsenden Bedrohung durch das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm zusammenzuarbeiten.

Neben Nordkorea dürfte bei Xis Besuch in den USA die Handelspolitik ganz oben auf der Agenda stehen. Trump hatte China im Wahlkampf vorgeworfen, Arbeitsplätze in den USA zu "stehlen" und die USA mit unfairen Handelspraktiken zu "vergewaltigen". Zuletzt hatte er versöhnlichere Töne angeschlagen.

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