US-Präsidentenberater Kushner macht Abbas für Gewalt in Israel verantwortlich

US-Präsidentenberater Jared Kushner

US-Präsidentenberater Jared Kushner hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas für die jüngste Eskalation der Gewalt in Israel verantwortlich gemacht. Abbas habe zu "Tagen des Zorns" aufgerufen, noch bevor er die Details des US-Nahost-Plans gekannt habe, sagte Kushner am Donnerstag vor Journalisten in New York. Zuvor hatte der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump dem UN-Sicherheitsrat seinen umstrittenen Nahost-Plan vorgestellt.

"Ich denke, (Abbas) war überrascht, wie gut der Plan für die Palästinenser war, aber er hatte sich auf eine Haltung versteift, bevor er vorgestellt wurde. Ich weiß nicht, warum er das getan hat", sagte Kushner.

Trump hatte den lange erwarteten Plan für eine Beilegung des Nahost-Konflikts vergangene Woche vorgestellt. Das Vorhaben war mit Israel abgestimmt, nicht aber mit den Palästinensern - und wurde von diesen umgehend zurückgewiesen. Auch UN-Generalsekretär António Guterres und die Europäische Union haben den Plan kritisiert, weil er Israel auf Kosten der Palästinenser zahlreiche Zugeständnisse macht.

In der Folge wuchsen die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern. Am Donnerstag raste ein Angreifer in Jerusalem in eine Menschenmenge und verletzte 14 Menschen. In Ost-Jerusalem und im Westjordanland wurden unterdessen insgesamt drei Palästinenser von israelischen Sicherheitskräften erschossen.

Kushner bezeichnete die Gespräche im UN-Sicherheitsrat am Donnerstag als "sehr konstruktiv". Die Vertreter der EU-Staaten konnten Kushner zufolge keine "einvernehmliche Erklärung" zu dem Plan abgeben.

Die Mitgliedstaaten der Arabischen Liga hätten sich "neutral" oder "unterstützend" geäußert, erklärte Kushner. Es habe von ihrer Seite nur "sehr wenige negative Äußerungen" gegeben. Diplomaten mehrerer Staaten, darunter Großbritannien und Belgien, bezeichneten das Treffen im Anschluss als "sehr interessant".