US-Präsidenten und ihre Vorgänger: Obama vermeidet das Wort „Trump“

Scheinbar eher widerwillig gibt Präsident Trump seinem Vorgänger Barack Obama die Hand. (Bild: AP Photo)

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama wagt sich zurück in die Öffentlichkeit. Seinen ersten Auftritt als Ex-Präsident hatte er am vergangenen Montag an der Universität in Chicago. Seinen Nachfolger Trump erwähnte er dabei nur indirekt.

Seinen Besuch an der Universität in Chicago nutzte der Ex-Präsident nicht, um sich über Trumps Abhörvorwürfe zu äußern, oder die republikanische Agenda anzugreifen. Stattdessen packt er das Problem bei der Wurzel und fordert junge Leute dazu auf, sich aktiver an der Politik zu beteiligen.


Er begegnete den College-Absolventen und Oberstufenschülern auf Augenhöhe, ohne Krawatte oder Rednerpult. In der Diskussionsrunde sprach er mit ihnen über bürgerliches Engagement, was es heißt, politische Verantwortung zu übernehmen und auch über seine eigenen Ziele außerhalb des Präsidialamtes: „Das Einzige und wirklich Wichtige, was ich jetzt tun kann, ist die nächste Generation von Führungskräften zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und die Herausforderung anzunehmen, etwas in der Welt zu verändern.“

Doch es fielen auch ein paar Äußerungen, die durchaus als Anspielung auf die neue Regierung zu verstehen sind: „Auch wenn es manchmal so aussieht, als ob die Dinge in die falsche Richtung laufen. Ich bleibe immer optimistisch.“ Was das Thema Einwanderung betrifft, sei laut Obama derzeit jedoch „keine vernünftige Einigung möglich.“ Unter Trumps Regierung ist für die Zukunft unter anderem geplant, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen. Klar scheint: Obama und Trump werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Doch wie sah das bei den Präsidenten in den vergangenen Amtsperioden aus?

Die ehemaligen US-Präsidenten in historischer Reihenfolge: Barack Obama (2009-2017), George W. Bush (2001-2009) und Bill Clinton (1993-2001). (Bild: AP Photo)

Barack Obama und sein Vorgänger George W. Bush

Obamas Vorgänger George W. Bush verlor ebenfalls keine großen Worte über die politische Führung seines Nachfolgers. Obama verfolgt nun, zum Teil offenbar einen ähnlichen Ansatz. Harsche Kritik an seinem Nachfolger Trump versucht er zu vermeiden. Außerdem sind er und seine Berater sicher, dass eine Konfrontation mit dem neuen US-Präsidenten ein politischer Fehler wäre.

Bill Clinton (l.) und sein Nachfolger George W. Bush – 1992 lieferten sie sich einen harten Wahlkampf, später wurden sie enge Freunde. (Bild: AP Photo)


Bill Clinton und sein Nachfolger George W. Bush

Nachdem Bill Clinton 2001 sein Amt niederlegte und an seinen Nachfolger George W. Bush übergab, entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Clinton sagte über seinen Nachfolger einst, er sei sein „brother from another mother“ (dt. Bruder von einer anderen Mutter). Auch George W. Bush lobte die Arbeit seines Vorgängers. In einem Brief an einen befreundeten Journalisten schrieb er einst, Clinton sei eine „faszinierende Persönlichkeit. Er hat zu allem eine Meinung, er hat ein großes Verständnis für geschichtliche Ereignisse und für Menschen.“

Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Jahr 2006 sagte Clinton: „Ich liebe George Bush, wirklich!“ Bush antwortete ihm daraufhin per Mail: „Ich wollte dich wissen lassen, wie sehr mich deine Worte über unsere Beziehung, unsere Freundschaft gefreut haben. Das kam von Herzen und ich hoffe, du weißt, dass ich genauso fühle.“

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