T-Mobile US kommt Übernahme von Konkurrent Sprint großes Stück näher

T-Mobile und Sprint vor der Fusion

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US ist der angestrebten Übernahme des Konkurrenten Sprint in den Vereinigten Staaten ein großes Stück näher gekommen. Ein US-Bundesrichter in New York billigte am Dienstag den milliardenschweren Zusammenschluss der beiden Mobilfunkanbieter und wies wettbewerbsrechtliche Bedenken zurück. Die Fusion könnte nach Konzernangaben Anfang April über die Bühne gehen. Die Aktienkurse der Unternehmen schossen nach der Gerichtsentscheidung in die Höhe.

"Heute ist ein riesiger Sieg für diese Fusion", sagte T-Mobile-Chef John Legere. Die Entstehung des neuen Mobilfunkgiganten sei "großartig" für Kunden und Wettbewerb.

T-Mobile US und Sprint hatten im April 2018 ihre Pläne für einen Zusammenschluss verkündet. Der drittgrößte und der viertgrößte Mobilfunkanbieter in den USA wollen damit den Marktführern Verizon und AT&T die Stirn bieten. Sie wollen außerdem den Ausbau des 5G-Netzes vorantreiben.

Zusammen haben T-Mobile US und Sprint in den USA rund 127 Millionen Kunden. Das Geschäft wurde zum Zeitpunkt der Verkündung der Pläne mit einem Volumen von 26 Milliarden Dollar eingeschätzt.

Die US-Wettbewerbsbehörde FCC und das US-Justizministerium hatten den Zusammenschluss bereits unter Auflagen gebilligt. Die Generalstaatsanwälte von rund einem Dutzend Bundesstaaten zogen dagegen aber vor Gericht. Sie argumentierten unter anderem, dass die Fusion zu steigenden Preisen für die Mobilfunkkunden führen würde.

Der New Yorker Bundesrichter Victor Marrero wies dies in seiner Entscheidung zurück. Es sei nicht davon auszugehen, dass die geplante Fusion zu einem "deutlich verringerten Wettbewerb" zu Lasten von Kunden führen werde.

T-Mobile habe die Konkurrenz vielmehr im vergangenen Jahrzehnt zu kundenfreundlichen Änderungen angetrieben - und könne seine Strategie mit einer Fusion mit Sprint fortsetzen, schrieb der Richter. Sprint wiederum habe immer weniger Chancen, alleine am Markt bestehen zu können. Der Mobilfunkanbieter gehört mehrheitlich dem japanischen SoftBank-Konzern.

Die klagenden Generalstaatsanwälte reagierten enttäuscht auf das Urteil und kündigten an, mögliche Rechtsmittel zu prüfen. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James sprach von eine "Niederlage" für Handynutzer. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass es schlecht für Kunden, Arbeiter und Innovationen ist, den Mobilfunkmarkt von vier auf drei zu reduzieren."

Auch Verbraucherschützer reagierten besorgt. "Dieses Ergebnis stellt ein Risiko für Kunden dar", erklärte John Bergmayer von der Organisation Public Knowledge.

Anleger reagierten dagegen begeistert. Der Aktienkurs von Sprint legte zwischenzeitlich um mehr als 70 Prozent zu, der von T-Mobile um rund zehn Prozent. Auch das US-Justizministerium begrüßte die Gerichtsentscheidung.

Die Deutsche Telekom erklärte, T-Mobile US und Sprint würden nach der Gerichtsentscheidung "das geplante Fusionsvorhaben weiter vorantreiben". "Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass den Klägern Rechtsmittel offenstehen." Medienberichten zufolge müsste zudem noch eine kalifornische Aufsichtsbehörde grünes Licht geben.