US-Soldat Bergdahl gesteht Fahnenflucht

US-Soldat Bowe Bergdahl (rechts) im Oktober auf dem Weg zu seiner Anhörung vor einem Militärgericht

Der US-Soldat Bowe Bergdahl, der durch einen umstrittenen Gefangenenaustausch aus den Händen der Taliban-Miliz befreit wurde, hat Fahnenflucht gestanden. Ihm sei damals bewusst gewesen, gegen das Gesetz zu verstoßen, als er im Jahr 2009 seinen Beobachtungsposten in Afghanistan verlassen habe, zitierte der Fernsehsender CNN am Montag aus einer Erklärung des 31-Jährigen vor einem US-Militärgericht.

Kurz nach dieser Flucht war Bergdahl von dem mit den radikalislamischen Taliban verbündeten Hakkani-Netzwerk gefangengenommen worden. Die Rebellen hielten den jungen Soldaten fast fünf Jahre lang fest, bevor er im Mai 2014 im Tausch gegen fünf Gefangene aus dem US-Lager Guantanamo freikam.

Vor dem Militärgericht in Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina bekannte sich Bergdahl nun auch des Fehlverhaltens im Angesicht des Feindes schuldig. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Der Gefangenenaustausch mit den Taliban hatte seinerzeit in den USA für viel Kritik gesorgt: Die Republikaner warfen dem damaligen Präsidenten Barack Obama vor, mit "Terroristen" verhandelt und einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen zu haben.

Einige von Bergdahls früheren Kameraden bezeichneten ihn als Verräter, der das Leben von US-Soldaten aufs Spiel gesetzt habe - nach seinem Verschwinden war eine gefährliche Suchmission gestartet worden.

In einem vor zwei Jahren veröffentlichten Internetprogramm sagte Bergdahl, er habe den Stützpunkt mit der Absicht verlassen, die Suchaktion zu provozieren. Die Aufmerksamkeit habe er nutzen wollen, um auf Führungsprobleme in seiner Einheit hinzuweisen. Allerdings sei ihm dann plötzlich gedämmert, dass er "etwas Schwerwiegendes" getan habe.

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